Reformierte Kirche
Gebäude, Struktur
Die Gründung der reformierten Gemeinde lässt sich auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts, wenn nicht sogar noch früher, datieren. 1634/35 besaßen die Reformierten bereits eine Kirche – auf eigene Kosten erbaut –, die ihnen von den Klarissen aus Bratislava abgenommen wurde. Nach dem Frieden von Linz 1645 erhielten die Reformierten ihre Kirche zurück. Zunächst hatte die Gemeinde keinen eigenen Pfarrer, sondern teilte sich die Pfarrei mit den Ekecs. 1728 war Ferenc Csokonai Pfarrer der Gemeinde. Die Pfarrei wurde 1736/37 selbstständig und ist seither eine Mutterpfarrei. Zur Zeit der Selbstständigkeit war Ferenc Gönczi kurzzeitig Pfarrer, bevor die Gemeinde den Theologen und begabten Redner Ferenc Mikolai, einen engen Weggefährten von Antal János Valésius, wählte. Die konfessionellen Unruhen legten sich daraufhin vorübergehend. Als Apácaszakállas jedoch in die Hände der Familie Esterházy fiel, gerieten die Reformierten, die bereits die Mehrheit in der Siedlung stellten, erneut in eine schwierige Lage. 1725 hatte Apácaszakállas bereits einen reformierten Lehrer. Ein Jahrhundert später waren von den 951 Einwohnern der Siedlung 900 Reformierte, und Mitte des 20. Jahrhunderts zählte die Gemeinde 641 Mitglieder. Die reformierte Grundschule wurde nach dem Zweiten Weltkrieg geschlossen. Nach Erlass des Toleranzdekrets errichtete die Pfarrei ihre neue – heutige – Kirche mitten im Dorf an der Stelle ihrer alten Kirche. Laut der Chronik des damaligen Predigers János Tóth wurden dafür 1.300.000 Ziegelsteine verwendet. Die einschiffige Kirche im klassizistischen Stil wurde am ersten Adventssonntag 1784 geweiht. Der fünfstöckige Turm an der Südwestfassade wurde 1804 fertiggestellt. Die kleinere der beiden Glocken stammt aus dem Jahr 1887. Die größere wurde im Ersten Weltkrieg geborgen, doch die Gemeinde ließ 1923 in Brünn eine neue, große Glocke gießen. Das Kircheninnere, die Fassade und die Südostwand, eine geschnitzte und bemalte Empore sowie eine geschnitzte Kanzel mit demselben Dekor an der Nordwestwand sind reich verziert. Prunkstück der Kirche ist der 1870 gefertigte Altar aus rotem Marmor. Die auf der Empore befindliche Orgel vom Typ Rieger mit einem Manual und sieben Registern ist außer Betrieb. 1995 wurden Dach und Decke der Kirche komplett erneuert. Gleichzeitig wurde auch die Inschrift auf der Empore restauriert. Die letzte Renovierung fand 2002 statt, als das gesamte Kircheninnere erneuert wurde. Der Boden wurde betoniert, die Wände isoliert und neue Bänke nach dem Vorbild der alten angefertigt. 2011 erneuerte die Gemeinde Fenster und Türen, und 2012 wurde die Kirche einer umfassenden Außensanierung unterzogen: Die Turmverglasung wurde repariert und gestrichen, der gesamte Außenputz erneuert und neu gestrichen.