Reformierte Kirche
Gebäude, Struktur
Am 25. Oktober 1781 erließ Kaiser Joseph II. (Regierungszeit 1780–1790) das Toleranzedikt für Ungarn und Siebenbürgen. Darin regelte er die religiösen Angelegenheiten des Königreichs nach den Prinzipien des aufgeklärten Absolutismus. Das Dekret gewährte protestantischen und griechischsprachigen Untertanen mehr Religionsfreiheit und erlaubte ihnen gleichzeitig, öffentliche Ämter zu bekleiden. Diese Maßnahme gehörte später zu den drei Patenten, die Joseph selbst auf dem Sterbebett nicht widerrufen wollte. Nach Erlass des Toleranzedikts wandte sich die protestantische Bevölkerung mit der Bitte um den Bau einer Kirche an die königliche Versammlung. Die Genehmigung wurde 1783 erteilt, und noch im selben Jahr legten die königlichen Landvermesser von Eszterházy den Standort des Gebäudes auf einem Hügel mitten im Dorf, gegenüber dem historischen Ortskern, dem sogenannten Schloss, fest. Der Bau begann am 16. März 1784 und wurde noch im selben Jahr abgeschlossen. Gleichzeitig wurden neben der Kirche eine Gemeindeschule und ein Pfarrhaus errichtet. Die Baukosten wurden durch Spenden der Bevölkerung gedeckt. Die organisatorischen Arbeiten übernahm der örtliche Pfarrer Ferenc Gasparóczki. Die Maurerarbeiten leitete József Knopp aus Bódvaszilas (heute Ungarn), die Zimmererarbeiten József Zimmermann aus Rozsnyó und die Tischlerarbeiten Mihály Szilasi. Die Kirche bestand ursprünglich aus einem einzigen Raum mit flacher Decke. Das Dach war mit Schindeln gedeckt. Der Turm wurde erst 1795 nach einer Änderung der Baugenehmigung hinzugefügt. Errichtet wurde er vom Baumeister Tamás Zrikovich. Die Glocke wurde 1795 in der Werkstatt von Ferenc Legherer in Prešov gegossen und wiegt 500 kg. 1803 wurde das Gebäude mit einer Festungsmauer umgeben, die ihm ein mittelalterliches Aussehen verlieh. Am 18. März 1846, mittags, als sich der Großteil der Bevölkerung auf dem Jahrmarkt in Torna aufhielt, wurde Görgő von einem Großbrand heimgesucht. Fast das gesamte Dorf, einschließlich der Kirche, brannte nieder. Nur der Turm blieb unversehrt. Die Kirche wurde unmittelbar nach der Katastrophe renoviert. Die Mauern wurden um etwa zwei Meter erhöht und die Decke gewölbt. Als Baumaterial diente Tuffstein, der am Dorfrand abgebaut wurde. Gyula Horváth leitete die Maurerarbeiten, József Frics die Zimmererarbeiten. Der Turm blieb im Originalzustand erhalten. 1877 brannte die Kirche erneut nieder, erlitt aber keinen größeren Schaden. 1911 wurde das Kircheninnere teilweise renoviert. Die geschnitzte Kanzel aus dem 19. Jahrhundert und die Kirchenausstattung stammen von János Wandrak. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1886 und wurde in der Budapester Werkstatt von Sándor Országh gefertigt.