Rathaus, Léva
Gebäude, Struktur
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts besaß Léva kein eigenes Rathaus. Die Richter erledigten ihre Amtsgeschäfte daher in ihren Privathäusern. Aus demselben Grund fanden die Sitzungen der Stadtmagistrate bis 1754 im Haus eines der Mitglieder statt. In diesem Jahr erwarb die Stadt ein Einfamilienhaus in der Malomstraße und anschließend weitere Gebäude am alten Marktplatz (später Kossuthplatz, heute Hősökplatz), wo die Amtsgeschäfte an einem Ort abgewickelt werden konnten. Das alte Rathaus stand an der Stelle des heutigen Büros und nahm nur den hinteren Teil des dafür vorgesehenen Grundstücks ein. Das eingeschossige Gebäude mit Ziegeldach befand sich unmittelbar vor seinem Abriss in einem sehr schlechten Zustand. Ende des 19. Jahrhunderts beschloss der Stadtrat den Bau eines neuen, zweckmäßigen Rathauses. Nach der Erstellung der Pläne, der Einholung der Genehmigungen und der Beschaffung der notwendigen Mittel wurde aus den Reihen der Stadtratsmitglieder ein Bauaufsichtsausschuss gewählt. Der Grundstein enthielt eine kurze Geschichte des alten Gebäudes, den Haushaltsplan für 1902 und die Liste des damaligen Stadtrats. Nach der Bewilligung der Mittel begannen die Bauarbeiten. Die Pläne stammten vom Architekten Rezső Czibulka. Die Bauarbeiten am Rathaus wurden von der Baufirma Izidor Szauer (Izidor Szauer und Mór) ausgeführt. Die Kosten beliefen sich auf 200.000 österreichisch-ungarische Kronen. Die Arbeiten dauerten täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Das Gebäude weist Merkmale der Spätromantik auf, vermischt mit Elementen des ungarischen Jugendstils. Die feierliche Übergabe des Rathauses fand am 2. September 1902 statt. In den 1920er Jahren war das Gebäude zu klein geworden, sodass beschlossen wurde, das Rathaus um neue Räumlichkeiten zu erweitern. Der Magistrat schrieb die Arbeiten aus. Rezső Czibulka präsentierte die geeignetste Lösung. Sein Plan sah keine Dachentnahme vor. Die Dachkonstruktion wurde in Abschnitte unterteilt und anschließend von Stützen getragen, deren Platzierung auf präzisen statischen Berechnungen basierte. Die lauten Befehle zur Steuerung der Hebearme waren oft auf dem Marktplatz zu hören. Die Arbeiter mussten sich koordiniert bewegen, um die Dachkonstruktion nicht zu beschädigen. Auch die Firma von Izidor Szauer und Oszkár Laufer aus Lewa war an den Arbeiten beteiligt. 1927 beherbergte das renovierte Gebäude das Bezirksamt und weitere Institutionen. Im zweiten Stock befanden sich die Finanzbehörde, die Stadtbibliothek und das Museum. Im Erdgeschoss waren das Notariat, die Gendarmerie und das Arbeitsamt untergebracht. Im Erdgeschoss des Rathauses gab es außerdem mehrere Geschäftsräume. Der jüdische Kaufmann Bernát Láng eröffnete ein Kaffeehaus, Schweihs und Trebitsch betrieben einen Gemischtwarenladen, und es gab auch ein Schuh- und Spielwarengeschäft.