Pilgerreise zur Burg Orava
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Im Feudalzeitalter diente der Schandpfeiler der Demütigung, Bestrafung und Entehrung der Verurteilten. Er wurde seit dem 13. Jahrhundert und dem Codex Karls V. von 1532 von verschiedenen Strafbehörden in den deutschsprachigen Gebieten Deutschlands eingesetzt. Nach 1786 war seine Verwendung nur noch zur Bestrafung von Diebstahl zulässig. Seine gebräuchlichen lokalen Bezeichnungen waren: Schandpfeiler, Henker, Cégér, Pelengér, Pilinger, Perrengér und Pölöngér. Er galt auch als Symbol der Strafgewalt, und bis Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte der auf dem Marktplatz, vor dem Gemeindehaus oder neben der Mühle aufgestellte Schandpfeiler zum Stadtbild. Es handelte sich um eine einfache Säule oder Steinkonstruktion, an die der Verurteilte für eine bestimmte Zeit gefesselt wurde und so dem Spott seiner Umgebung ausgesetzt war. Alternativ wurde er vom Henker oder mit der Peitsche am Pranger geschlagen. Die Bestrafung am Pranger konnte eine Haupt- oder Nebenstrafe sein. Ihr Zweck war es, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf den Verurteilten zu lenken und ihn gleichzeitig zu beschämen. Die Folge der Prangerung war der Verlust der bürgerlichen Ehre, der Entzug der Bürgerrechte und der Verlust der vollen gesellschaftlichen Teilhabe, beispielsweise der Mitgliedschaft in einer Zunft. Als zusätzliche Strafe galten körperliche Züchtigung oder Verstümmelung, wie etwa Stockschläge oder das Abschneiden eines Ohrs. Unter Joseph II. musste der Pranger abgeschafft werden, doch nach seinem Tod wurde er vielerorts zusammen mit anderen erniedrigenden Strafen wieder eingesetzt. Die übrigen Pranger wurden später aus Gründen der Stadtverschönerung und des Verkehrsaufkommens abgerissen. Nur wenige Exemplare sind erhalten geblieben. Die Schandsäule stand neben der Terrassenmauer des Burghofs. Ursprünglich diente sie der Justiz in Veličná bei Alsókubín.