Kloster Premontre

Kloster Premontre

Gebäude, Struktur

Das Kloster Lelesz, als Zentrum des Glaubens und der Kultur, prägte die Region und beeinflusste ihre Entwicklung maßgeblich. Im Laufe der Geschichte waren der Mönchsorden und das Klostergebäude vielen Prüfungen ausgesetzt. Grundbesitzer und der lokale Adel versuchten immer wieder, das Gebäude, das zugleich als Machtzentrum und Archiv diente, in Besitz zu nehmen. Der Kampf um Reichtum und Land wirkte sich auf die hier lebende Bevölkerung aus. Alle Gebiete gehörten zur Abtei Lelesz Prémontre. Boleszló, Bischof von Vác, stammte aus dem Geschlecht der Becse-Gergely. König Béla II. (geb. um 1108–1110, gest. 13. Februar 1141) schenkte Boleszló die Ebene von Lelesz als Taufpatengabe. Damals gehörte Lelesz noch zum Komitat Zemplén. Später siedelt Bolesław (Boleslaus, Bogyiszló, Boleslav) als Bischof von Vác die „Chorherren, die in Gottes weißen Gewändern dienen“ – die Prämontres – an. Im 12. Jahrhundert existiert in Lelesz nachweislich ein einfaches Gebäude, das den Mönchen als Wohnstätte dient. König Béla III. bestätigt die Rechte und das Eigentum der Prämontres auf Grundlage der ursprünglichen Urkunde. Das Ende des 12. und das 13. Jahrhundert sind jedoch von Konflikten und Streitigkeiten geprägt. Zwischen Imre und Andreas entbrennt ein Thronstreit. 1199 lässt Imre das gesamte Gebäude zerstören und konfiszieren, da Bischof Bolesław im Thronstreit auf Andreas Seite steht. In dieser turbulenten Zeit verschwindet Bélas III. Bestätigungsurkunde. Papst Innozenz erwähnt in seinen Dokumenten ebenfalls den Streit zwischen Imre und Prinz Andreas und versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln. Nach seiner Thronbesteigung ließ Andreas II. das Kloster Lelesz reparieren und seine Ländereien ausbauen, was er ebenfalls in seiner Urkunde festhält. Er entschädigte Bischof Boleszló. Daher kann der Brief König Andreas II. aus dem Jahr 1214 als eines der bedeutendsten Dokumente für das Dorf Lelesz gelten. Er listet dessen Privilegien auf und schildert seine finanzielle Situation. Die Gründungsurkunde ist ein wichtiges sprachliches Denkmal. Zahlreiche Ortsnamen, Siedlungsnamen, Flussnamen und andere Bezeichnungen finden sich in diesem Dokument erstmals. Andreas II. mag neben der erwähnten Entschädigung noch von etwas anderem motiviert gewesen sein: Er trug das Schicksal von Lelesz am Herzen. Er rastete hier während seines Feldzugs in den Osten und erfuhr vom Mord an seiner Frau, Königin Gertrud von Meranien.

Inventarnummer:

603

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Lelesz   (Lelesz 3 - Leles 3)