Abtei Leleszi Premontre

Abtei Leleszi Premontre

Sonstige - andere

Das Dorf Lelesz ist ein integraler Bestandteil der Region Bodrogköz, dem ehemaligen Komitat Zemplén. Die Ankunft der Prämontreer-Mönche lässt sich auf den Beginn des 12. Jahrhunderts datieren. Die Siedlung war zwar schon vorher bewohnt, doch erst mit der Ansiedlung der Prämontreer-Mönche wurde uns ein bedeutendes intellektuelles, kulturelles und religiöses Erbe hinterlassen. Die Abtei war das intellektuelle, administrative und kulturelle Zentrum der weiten Region. Im Jahr 1180 schenkte König Béla II. das Gut Lelesz und alle dazugehörigen Ländereien Bogyiszló (Bolezlaus), der später Bischof von Vác wurde. Er gründete die Abtei (Probstamt). Im Jahr 1214 bestätigte König Andreas II. die Schenkungen seiner Vorgänger in seinem Gründungsbrief. Dieses Dokument ist in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Es ist nicht nur von historischer und geographischer Bedeutung, sondern auch ein sprachliches Denkmal, da darin erstmals die Namen und Bezeichnungen der umliegenden Siedlungen auftauchen. Neben der Gründungsurkunde der Abtei Leles birgt der Ort viele unschätzbare Schätze. Ein solches spirituelles Erbe ist der Aufenthalt der Árpáden-Könige. Der Legende nach rastete König Andreas II. (Vater der Heiligen Elisabeth) auf seinem Weg zu den Kreuzzügen in Leles. Hier erfuhr er vom Tod seiner Frau, Königin Gertrud von Meranien. Diese Geschichte wird auch von Ban József Bánk von Katona erzählt. Der Legende nach wurde das Herz der Königin hier beigesetzt. Die Mönche bewahrten die sterblichen Überreste der Königin lange Zeit in einem silbernen Gefäß auf. Der König ordnete an, dass in der königlichen Kapelle eine Messe zum ewigen Seelenheil seiner Frau gefeiert werden sollte. Die einzigartigen Fresken der königlichen Kapelle stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die Fundamente der dem Erzengel Michael geweihten Kapelle gehören zu den ältesten Teilen des Klosterkomplexes. Ihre stilistischen Merkmale zeugen vom Wechsel künstlerischer und historischer Epochen. Die Kapellenfresken erreichten ihre heutige Form im 14. Jahrhundert. Die im Karpatenbecken seltenen blauen (königlichen) Farben dominieren die Gemälde. Damals wurde dieser Farbstoff aus Edelsteinen gewonnen. Die Fresken wurden während der kommunistischen Ära schwer beschädigt. Anfang der 2000er Jahre wurden Teile restauriert und gerettet. Die Fresken zeigen auch Szenen aus der Bibel: Christus als Richter – das Jüngste Gericht – sowie biblische Gestalten, Heilige und nicht zuletzt die bis dahin herrschenden Árpáden-Könige. Neben ihren klösterlichen und kanonischen Pflichten übernahmen die Mönche von Prémontre im königlichen Ungarn Aufgaben, die den heutigen Notar- und Justizämtern sowie den heutigen Gerichten entsprachen. Ab dem 13. Jahrhundert erfüllte das Kloster mit Sicherheit auch seine Rolle als lokale Archivare und Authentifizierungsstellen, wie die erhaltenen Dokumente belegen. Aus den Unterlagen des Authentifizierungsbeauftragten wissen wir, dass Dokumente aus mehreren ungarischen königlichen Komitaten (von Bárta bis Ungvár, bis zu den Komitaten Kolozs, Borsod, Gömör und Bihar) erhalten geblieben sind, die in Lelesz im Namen des Königs besiegelt oder unterzeichnet wurden.

Inventarnummer:

13607

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Lelesz