Postpalast

Postpalast

Gebäude, Struktur

Das 1903 am nördlichen Rand der historischen Altstadt von Bratislava errichtete Gebäude wurde vom Architekten Gyula Pártos im Jugendstil als Hauptsitz der Post- und Telegrafendirektion an der Stelle des alten Postgebäudes entworfen. Das Gebäude, das sich dem deutlichen Höhenunterschied anpasst, hat an der Südseite ein Geschoss mehr als an der Nordseite. Sein Sockel besteht aus Quadersteinen. Im Laufe des letzten Jahrhunderts erfuhr das Gebäude kleinere und größere Veränderungen, so sind beispielsweise die ursprünglichen, dekorativen Giebel der Fassade verschwunden. Mehrere schmiedeeiserne Gitter sind ebenfalls original erhalten. Der zentrale Raum des schlicht wirkenden Gebäudes ist die sogenannte Empfangshalle, ein Meisterwerk des Jugendstils: Sie wird durch eine kunstvolle, mehrfarbige Glaskuppel mit Tageslicht versorgt. Sogar die Kassenfenster sind original. Ödön Lechner reichte unter anderem ebenfalls seine Entwürfe ein, doch die zuständige Kommission erwies sich als zu streng. Komor Marcell schreibt in der Zeitung Vállalkozók (28. Januar 1903, S. 3): „Besonders betrübt hat mich der Ausschluss des Entwurfs der Architekten Ödön Lechner und Leitersdorfer, der dem Ausschluss bei der ersten Ausschreibung gleichkommt. Dort wurden sie, weil sie die Frist nur um Minuten verpasst hatten, hier, weil sie nur wenige Zentimeter vom Plan abwichen, nicht berücksichtigt. […] Der Entwurf verliert nichts von seiner Qualität, wenn wir die Begrenzungsmauer auch nur anderthalb Meter nach innen verschieben, und die Ausführung bietet sicherlich Potenzial für die jetzige Aufgabe. […] Wenn ich mir das Wesen und die künstlerischen Qualitäten des Entwurfs ansehe, wünsche ich mir von ganzem Herzen, dass sein Schöpfer an einem Ort, an dem derzeit nur der deutsche Geist in der Architektur vorherrscht, ein ungarisches Denkmal für die ungarische Kultur errichten wird.“

Inschrift/Symbol:

ursprünglich: M. KIR. POST- UND TELEGRAPHÄT

Inventarnummer:

1382

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Irgalmasok tere 34. - Námestie SNP 34.)