Piaristenkirche und Kloster, Podolin
Gebäude, Struktur
Die ungarische Piaristenprovinz betrachtete Podolin im Popradtal als ihre Wiege, obwohl die Stadt 1642, als der erste Piarist dort erschien, zusammen mit den unter Sigismund verpfändeten Städten der Zips zu Polen gehörte. Der Gründer, Szaniszló Lubomirski (der 1674 auch die Pfarrei Spišbéla gründete), war ein polnischer Fürst, und es gab zu dieser Zeit keine Ungarn unter den Piaristen. Das Land war jedoch ungarisch, und unter den ersten Schülern in Podolin befanden sich bereits Ungarn. Diese Schule war gewissermaßen der Ausgangspunkt für weitere ungarische Gründungen. Die Gebäude wurden zwischen 1647 und 1651 nach den Plänen des Wiener Architekten Pochsberger und unter seiner Leitung im Barockstil errichtet. Die Kirche mit ihren zwei 44 Meter hohen Türmen und das sie umgebende Kloster bilden ein harmonisches Ensemble. Das Kirchenschiff schließt beidseitig an einen rechteckigen Innenhof an. Das Gemälde über dem Kircheneingang zeigt den heiligen Saniszlo (Szczepanów, 1030/1035 – Krakau, 11. April 1079), einen polnischen Bischof und Märtyrer, Schutzpatron Polens, den Schutzpatron der Kirche. Der Hauptaltar ist insofern interessant, als er drei Altäre vereint: Der zentrale Altar ist von je einem kleineren Altar an beiden Seiten umgeben. Eine weitere Besonderheit der Kirche ist der schmiedeeiserne Balkon über der Eingangsfassade. Gyula Krúdy besuchte vier Jahre lang das Piaristengymnasium, und die Atmosphäre der Stadt inspirierte ihn zu seinem Roman „Der Geist von Podolin“. Krúdy wird auch durch eine zweisprachige Gedenktafel an der Klostermauer geehrt.