Sándor Petőfi-Gedenktafel in Selmecbánya

Sándor Petőfi-Gedenktafel in Selmecbánya

Statue, Denkmal, Gedenktafel

Das Lutherische Lyzeum, rechts vom Szentháromság-Platz gelegen, stammt aus der Reformationszeit. Sein neues Domizil, zu dem 1864 das von der Familie Kachelmann gestiftete Gebäude hinzukam, wurde 1686 von der Kirchengemeinde selbst erworben. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwies sich das Gebäude als zu klein, sodass Ende 1826 der Abriss und Neubau an seiner Stelle beschlossen wurde. Nachdem im darauffolgenden Jahr das zweite Stockwerk fertiggestellt war, beschloss die Kirche, das Gebäude um zwei Stockwerke zu erweitern. Der moderne Bau im klassizistischen Stil, der den damaligen Bildungsanforderungen entsprach, wurde am 25. Juni 1830 eingeweiht. Im Studienjahr 1838/39 setzte auch Sándor Petőfi seine Studien im neuen Lyzeumsgebäude fort. Er gehörte zu den Rhetorikstudenten des ersten Jahrgangs. Ihre Klasse befand sich „als erste rechts vom Eingang des Lyzeums“. Bald darauf ließen seine Studienleistungen nach. Er brachte ein Zeugnis mit hervorragenden Noten aus Aszód mit, doch an seiner neuen Schule erwies er sich als nachlässiger Schüler. Einer seiner Lehrer riet ihm vom Lernen ab. Dieser Lehrer sprach kein Ungarisch, verachtete Ungarn, gründete den Tót-Literaturzirkel als Gegenbewegung zum ungarischen Jugendbildungsverein, förderte ein Gefühl slawischer Solidarität und säte nationalistische Agitation unter den überwiegend Tót- und deutschen Studenten. Petőfire hegte umso mehr Groll gegen ihn, da er ihn als Slawen sah, der seine Herkunft verleugnete. Im ungarischen Selbstbildungszirkel rezitierte und kritisierte der Dichter begeistert, schrieb Gedichte, beteiligte sich an Literaturdebatten, las viel, vor allem Werke von József Gvadányi, Mihály Csokonai Vitéz und Mihály Vörösmarty, und auch sein Interesse an der Schauspielerei erwachte. Er besuchte mit Begeisterung die Aufführungen deutscher Schauspieler, die in der Stadt gastierten, vermisste abends sein Zuhause und verkaufte sogar sein Hab und Gut, um sich eine Eintrittskarte leisten zu können. Sein Vermieter, ein pensionierter Kammerherr, missbilligte seine Abwesenheit, beschimpfte ihn bei seinen Lehrern, informierte seinen Vater, woraufhin ihn seine Lehrer rügten und sein Vater seinen Unmut in einem Drohbrief äußerte. Seine Schullaufbahn endete unglücklich. Sein Lehrer Panszláv ließ ihn in den Semesterprüfungen Anfang Februar 1839 in ungarischer Geschichte durchfallen, und auch in den anderen Fächern schnitt er schlecht ab. Sein Vater überließ ihn nun seinem Schicksal und verweigerte ihm jegliche Unterstützung. So begann sein unstetes Leben. Er verließ die Schule und machte sich im eisigen Winter auf den Weg nach Pest, wo er im März 1839 ankam. Die Gedenktafel an der Gebäudewand wurde am 8. Juni 1896 vom Petőfi-Kreis des Lyzeums angebracht. Hier befindet sich auch eine Gedenktafel zu Ehren des slowakischen Dichters Andrej Sládkovič. Mikszáth selbst fand hier leider keinen Platz, obwohl auch er die letzten beiden Schuljahre im „gelb-weiß getünchten“ Lyzeum absolvierte. Er zitierte oft den Geist seines großen Vorgängers; so schrieb er beispielsweise in seinem Werk „Die Petőfi-Legende in Selmecen“: „Wenn der Abend über die eigentümliche Stadt hereinbrach, wenn die Dunkelheit die riesigen Steine verschlang und die schrecklichen Schluchten füllte, wenn die gedrungene Erde zu einem schwarzen Fleck wurde, raschelnde Schatten sich wiegten, die Blätter der Bäume zu fliegen begannen und die Nacht von einem imaginären Summen erfüllt war: da glaubte ich oft, den Dichter in einem Mantel vorbeigleiten zu sehen, die Laute unter dem Arm.“

Inschrift/Symbol:

SÁNDOR PETŐFI / SCHÜLER DES LYZEUMS / UND MITGLIED DER UNGARISCHEN GESELLSCHAFT / IN DEN JAHREN 1838-39 / ZUM GEDENKEN AN: / PETŐFI VOM LYZEUM - KREIS: / (IM JUNI 1896)

Inventarnummer:

3230

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Selmecbánya   (Szentháromság tér 20/16. - Nám. sv. Trojice 20/16.)