Paul Banyai, Munels

Paul Banyai, Munels

Sonstige - andere

* Bánya, 24. März 1901 – 14. Dezember 1943. Schriftsteller, Publizist. Sein Vater war Spirituosenfabrikant, doch Bánya geriet schon als junger Mann in Konflikt mit seiner Familie. In der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre leitete er als Funktionär der Kommunistischen Partei Streiks und Demonstrationen an vielen Orten in der Slowakei und wurde deshalb verfolgt. Er studierte kurze Zeit Bildende Kunst in Wien und Prag. Vor der tschechischen Übersetzung seines Romans „Die ausgelosten Länder“ (1936) soll er in Wien seine Zeichnungen und Studien zur modernen Kunst veröffentlicht haben. Ab Ende der 1920er-Jahre erschienen seine Schriften in mehreren kommunistisch orientierten Zeitungen (DAV, Naše doba, Korunk, Tvorba, Az Út, der amerikanischen Új Előre). Mehrere seiner Artikel und Berichte erschienen in der ungarischen Zeitung der CSKP, Munkás. Ende der 1930er-Jahre lebte er in Prag, wo er von der deutschen Besatzung erfasst wurde. Nach seiner Rückkehr nach Bánya-Biszterce wurde er in Illava interniert. Später gelang ihm die Flucht nach Bp., wo er an einer Lungenentzündung starb. – Sein erstes Buch, die Kurzgeschichte „Felsőgaram“ (1934), gehört zur realistischen Literatur und schildert das harte Leben und die Kämpfe slowakischer Arbeiter in reportageartiger Weise. Charakterisierung und Handlung sind schwach und dienen hauptsächlich der Betonung der ideologischen Botschaft; die Sprache ist makellos. Charakteristisch für die Struktur sind der filmische Wechsel der einzelnen Kapitel und die Montagetechnik, die die Verbindungen unterbricht. 1936 erschien sein zweiter Roman, Fakó földek, im Humanitas-Verlag in Poznań (vermutlich eine Eigenausgabe, da über die Tätigkeit dieses Verlags nichts bekannt ist). 1938 übersetzte Evžen Klinger das Werk unter dem Titel Šedivá zemì ins Tschechische. Auch dieser Roman behandelt slowakische Themen und schildert neben slowakischen Arbeitern das Schicksal der „slowenischen Schwarzen“ und der Roma. Er erreicht dabei ein höheres literarisches Niveau als Felsőgarámé. Verallgemeinernde Aussagen zum Kapitalismus sucht man in diesem Werk vergeblich; das Interesse des Autors gilt den menschlichen Schicksalen. Die Struktur des Werkes ist geprägt von balladenhaft-düsteren Bildern; die Handlung ist sprunghaft, teils naturalistisch und nicht frei von Klischees und anderen Fehlern experimenteller sozialistischer Romanliteratur. Laut der für die tschechische Ausgabe des Romans verfassten Notiz schrieb der Autor in Prag auch einen weiteren Roman und ein Drama, diese sind jedoch verborgen. ; – Eine neue, gemeinsame Ausgabe seiner beiden Romane: Fakó földek, 1966. ; ; Literatur: Zoltán Fábry: Was singst du?, K 1935/2. = ÖÍ 4., István Szegedi: B. P.: Felsőgaram, Ny 1935, 339, Rezső Szalatnai: B. P.: Felsőgaram, MF 1934, 170–172, Sándor Csanda: Erste Generation, Po.–Bp. 1968, Zoltán Fónod: Botschaft, Bp. 1993, Po. 2002. ;

Cs. S.

Inventarnummer:

12862

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Kisszabos