Orthodoxe Synagoge in der Harang-Straße

Orthodoxe Synagoge in der Harang-Straße

Gebäude, Struktur

Bis 1841 war es Juden nicht gestattet, sich in Košice, einem der jüdischen Zentren Oberungarns, anzusiedeln. Trotzdem lebte hier Mitte des 20. Jahrhunderts eine Gemeinde von über 11.000 Mitgliedern, die mehrere große und kleine Synagogen unterhielten. Eine davon ist die ältere Synagoge der orthodoxen Gemeinde mit dem dazugehörigen Gebäudekomplex in der Harangöntő-Straße, die dem Verlauf der ehemaligen – heute abgerissenen – Stadtmauer von Košice folgt. Die Synagoge wurde 1899 nach den Plänen des Architekten János Balogh erbaut. Der Haupteingang der Synagoge, die in einer geschlossenen Reihe zur Straße hin errichtet wurde, befand sich an der westlichen Straßenfassade. Die Hauptfassade der Jahrhundertwende-Synagoge, reich verziert mit eklektischen Stuckdekorationen und orientalischen Elementen, gilt als typisch für die Region und wird von einem Tympanon mit den Mosestafeln an der Spitze abgeschlossen. Durch das Tor in der Mitte zwischen den beiden vorspringenden Teilen der kürzlich renovierten Fassade gelangt man in den rechteckigen Mittelraum. Drei seiner Räume – die beiden längeren und einer kürzeren – werden von Galerien eingenommen, die auf gusseisernen Säulen ruhen und den Frauen vorbehalten sind. Die Innenwände des Gebäudes sind heute mit geometrischen Fresken in verfallenem Zustand geschmückt. Der Boden des ungenutzten Gebäudes wurde entfernt, und Spuren archäologischer Ausgrabungen sind an der Oberfläche sichtbar. Die Büros der jüdischen Institutionen von Košice befinden sich in den Gebäuden des Synagogenhofs, wo auch ein kleiner Gebetsraum eingerichtet wurde. Im Hof liegen die völlig verfallenen Gebäude des jüdischen Ritualbades und ein Zelt mit aufklappbarem Dach – allesamt Ruinen. Die Synagoge wurde bei der Vernichtung der jüdischen Gemeinde von Košice während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Durch die Emigration der Überlebenden verlor sie ihre Gemeinde. Der tschechoslowakische Staat übernahm das Gebäude und nutzte es bis zur Reprivatisierung im Jahr 1990 als Bücherlager. Seitdem ist ihr Zustand immer weiter verfallen, und die Renovierung schreitet nur langsam voran.

Inventarnummer:

1826

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Kassa - Óváros   (Harang utca 7. - Zvonárska ulica 7.)