Highland-Halbbauchzithern

Highland-Halbbauchzithern

Sonstige - andere

Im Bereich der Volkskunst gibt es unzählige Beispiele dafür, wie Kunstwerke, inspiriert von einer Idee oder Erfindung (Form, Verzierung, Farbkombination), zum Emblem oder ideologischen Symbol einer Siedlung oder einer ganzen Region wurden. Beispiele hierfür sind die Keramik von Nádudvar, Korond oder Mórágy, die Stickereien von Kalocsa, Matyó oder Kalotaszeg usw. Im Bereich der Volksinstrumente, insbesondere der Tischzithern, ist es angesichts ihrer weiten Verbreitung und der Vielfalt ihrer Formen nicht so einfach, lokale und regionale Typen zu definieren wie bei Stickerei, Weberei, Trachtenforschung oder Keramik. Vor über zehn Jahren begann ich ein langfristiges Forschungsprogramm zur Erfassung und Definition von Form und Verbreitung der Zithern. Ich beschrieb über 500 Instrumente in Datenblättern und dokumentierte sie mit Fotos. Als Ergebnis dieser Forschungsarbeit gelang es mir, die mittel-bácska-randbesetzten Zithern und die hochlandweiten Kastenzithern als regionale Instrumente zu klassifizieren. Durch die weitere Auswertung der gesammelten Daten definierte ich zwei neue lokale und regionale Zithertypen. Beide stammen aus den nördlichen Gebieten, dem Hochland. Der eine ist die mittelbauchige „búbos“-Zither aus Jóka und Illésháza. Der andere ist die halbbauchige“ Zither, die typischerweise in der zentralen Region des nördlichen Dialekts, der Paloc-Region, dokumentiert ist. Im Zuge meiner über zehnjährigen formalen und strukturellen Forschung sind mehrere bisher unbekannte und unberücksichtigte Zitherformenvarianten in Erscheinung getreten, wie beispielsweise die gestapelte Mehrkastenform, die aus einem einzigen Stück geschnitzte Zither mit kleinem Kopf oder die Zither mit kleinem Kopf und trapezförmigem Sockel. Ebenso neu beschrieben und selten ist die Halbbauch-Zitherformvariante, die typischerweise aus nördlichen Gebieten dokumentiert ist. Das Formideal der Halbbauch-Zither entstand vermutlich aus der Kombination der Merkmale der Zithertypen mit kleinem Kopf und mit großem Bauch. Bei diesen Instrumenten ist der äußere Rand konvex, wölbt sich aber nicht (oder nur kaum wahrnehmbar) zum Fuß hin zurück. Seine Kontur lässt sich annähernd mit einem kleinen h beschreiben. Die Bauform ist nicht einheitlich: Die Zither von Nagymaros besitzt einen konvexen Halbbauch mit kleinen Kopfstücken, während im Museum von Palóc in Balassagyarmat ein Instrument mit seitlich in den Rand des Halbbauchs eingelassenen Saiten zu finden ist. Die bisher dokumentierten Halbbauchzithern stammen aus der zentralen Paloc-Region im Norden: Nagymaros, Százd, Ipoly-vidéki, Szécsénykovácsi, Balassagyarmat-vidéke und Sajóvelezd. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Verbreitung dieser Bauformvariante genauer zu bestimmen. Unseres Wissens wurde sie jedoch in anderen Gebieten nicht gefunden. Detaillierte Beschreibung der dokumentierten Instrumente: Eine ausführliche Beschreibung der Instrumente von Százd, Szécsénykovácsi und Nagymaros finden Sie im Buch von Ferenc Borsi: Die ungarische Tischzither (S. 87–94). ;

Inventarnummer:

13686

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Regionaler Wert aus dem Ausland

Gemeinde:

Százd