Perlenstirnband für frischvermählte Paare
Sonstige - andere
Das perlenbesetzte „fíkötő“ einer frisch verheirateten Braut ist vielleicht das schönste Kleidungsstück der Frauen aus Ipolyvarbó. Es wurde der Braut am Hochzeitstag nach dem Umziehen aufgesetzt, nachdem sie ihr Haar zu einem Dutt gebunden hatte, und sie konnte es bis zur Geburt ihres ersten Kindes tragen. Der in den späten 1940er Jahren eingeführte „Entkleidungsprozess“ trug ebenfalls dazu bei, dass dieses Kleidungsstück in Vergessenheit geriet. Ein aus Leinen gefertigter Kopfschmuck bedeckte den Haarknoten einer Frau. Er saß wie eine Krone auf dem Kopf und reichte im Nacken bis zur Taille. Sein Ende war leicht geöffnet, und ein zweizackiger, herabhängender Teil war mit Kupferspitze besetzt und mit bunten künstlichen Blumen, Perlen, Seidenbändern und Schmetterlingen (Pailletten) verziert. Hinzu kamen Bänder, die alte Techniken der Bandherstellung darstellten, wie etwa Schwanenhals-, Schnörkel- oder Wolfszahnfrisuren, sowie das unverzichtbare Froschauge und die glänzende Teufelslocke, die auf goldenen Fransen ruhten, welche die Enden des Stiels abschlossen. Der schwere Kopfschmuck wurde mit einer großen Haarnadel an dem aus lockigem Haar gefertigten und mit Zuckerwasser oder Fett geglätteten Haarknoten befestigt.