New Castle (Mädchenschloss)

New Castle (Mädchenschloss)

Gebäude, Struktur

Wo immer man sich der Stadt nähert, sieht man sofort das Wahrzeichen von Bány Selmec auf dem Hügel an ihrer Südseite: die Jungfrauenburg mit ihren vier Ecktürmen und dem spitzen Dach. Der Legende nach ließ die schöne und reiche Borbála Rössel sie erbauen. Damals stand an der Stelle der Burg ein Galgen, der von Borbálas Palast aus gut sichtbar war. Wenn sie aus dem Fenster blickte, schauderte sie oft vor Angst beim Anblick des Galgens. So sehr sie ihn auch versetzen lassen wollte, die Stadt verweigerte ihr dies. Doch sie war fest entschlossen, dass es dort keinen Galgen geben sollte. Nach einiger Zeit bot sie der Stadt an, auf eigene Kosten eine Burg zu bauen, die der Stadt in Kriegszeiten als Zuflucht dienen sollte. Sie stellte lediglich die Bedingung, dass sie den Standort frei wählen könne. Der Stadtmagistrat willigte freudig ein, und sie ließ die Burg anstelle des Galgens errichten. Der Legende nach war Borbálas Körper von unvergleichlicher Schönheit, deren Glanz durch ihren Reichtum noch verstärkt wurde. (Ihr Großvater, Rössel Erazmus, soll so viele Goldmünzen gesammelt haben, dass sie, aneinandergereiht, die Straße von Selmec nach Buda gestreckt hätten.) Sie hatte zahlreiche Verehrer, doch sie war fest entschlossen, niemals zu heiraten. Borbála lebte in großem Luxus und war von Wollust erfüllt. Wegen ihrer Exzentrik nannten die Leute sie die Hexe von Leányvár. Als ihre Freunde sie warnten, dass ihre Verschwendungssucht ihr Vermögen aufzehrte, warf sie ihren kostbaren Ring in den Selmec und erklärte, der Fortbestand ihrer Schätze sei so gewiss wie der Verlust des Rings. Dies war leichtsinnig von ihr, denn der Ring wurde gefunden, als ein im Fluss gefangener Fisch aufgeschnitten wurde. Borbála starb, von allen verlassen und verarmt. Bei seiner Beerdigung brach ein schreckliches Tumult aus. Die Menschen flohen und ließen seinen Sarg auf der Straße zurück. Hunde stürzten sich auf den Leichnam und rissen ihn auf. Die Jungfrauenburg wurde zwischen 1564 und 1571 von den Bürgern der Stadt in zwei Bauabschnitten zum Schutz vor den Türken errichtet. Die Stadt wurde von 24 italienischen Kanonen vor Angriffen aus Richtung Leva und Bakabánya geschützt. Bei Annäherung eines Feindes wurde eine schwarze Fahne gehisst, bei Ankunft eines Gastes blies die Wache eine Motette. Im Brandfall wurde tagsüber mit einer roten Fahne und nachts mit einer Laterne vor der Gefahr gewarnt. Der Brandwächter blies viertelstündlich in eine Trompete, während eine Wache die vollen Stunden mit einer Glocke läutete. Daher wurde die Jungfrauenburg auch die „zweibeinige Uhr von Selmec“ genannt.

Inventarnummer:

3226

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Selmecbánya   (Újvár utca 149/22. - Novozámocká 149/22.)