Neugotisches Schloss Esterházy in Galánta

Neugotisches Schloss Esterházy in Galánta

Gebäude, Struktur

Die Familie Esterházy errichtete mehrere Gebäude in der Stadt. Zu den bedeutendsten zählt das neugotische Schloss, das ursprünglich ein befestigtes Renaissancegebäude aus dem Jahr 1633 war. Es wurde 1633 von Dániel und Pál Esterházy während der ersten Blütezeit der Familie erbaut. Der nächste Familienmitglied, Imre, Bischof von Nitra, ließ das Gebäude 1736 im Barockstil umbauen. Die Marmorkamine im ersten Stock blieben aus dieser Umgestaltung erhalten. Seinen heutigen neugotisch-tudorischen Stil erhielt es im Zuge des 1861 abgeschlossenen Umbaus unter der Leitung von József Esterházy. Das imposante Gebäude befindet sich derzeit in einem Zustand des Verfalls, doch in den letzten Jahren wurden der Park und der Nordflügel renoviert. Das Schloss ist im Besitz der Stadt. Es ist von einem naturnahen Landschaftspark umgeben, dessen Weitläufigkeit einen reizvollen Kontrast zur prachtvollen Fassadengestaltung bildet. Das Schloss ist ein monumentales Gebäude mit U-förmigem Grundriss. Seitenflügel umschließen den Innenhof. Der Mittelteil ist zweigeschossig, die seitlichen Wirtschaftsgebäude sind eingeschossig und befinden sich an der Stelle der ursprünglichen Renaissance-Verstärkung. Im Mittelteil des Hauptgebäudes befindet sich die repräsentative Treppe, die zu den Repräsentationssälen im ersten Stock führt. Die Sockel sind reich verziert im englischen Gotikstil. Auch die künstlichen Stuckgewölbe im Inneren sind im gotischen Stil gehalten. József Sisa schreibt über das Gebäude: „Der Umbau erfolgte um 1860 nach Plänen von Antal Weber. Das renovierte Schloss Galanta weist viele Ähnlichkeiten mit Webers anderem, zur gleichen Zeit erbauten Schloss Vörösvári auf, insbesondere den markanten Eckturm, der sich nach oben hin verdickt. Die Stile der beiden Gebäude unterscheiden sich jedoch: Das eine ist gotisch, das andere halbkreisförmig.“ Der langgestreckte, eingeschossige Hauptflügel wird von einem spitzwinkligen Eckturm flankiert. Der rechte Turm erhebt sich beinahe bedrohlich auf drei Stockwerke, dessen oberstes Geschoss durch eine spitzbogige Loggia, eine Bogenreihe, Eckpfeiler mit Schießscharten und eine Aussichtsterrasse verziert ist. Die Hauptfassade wird in der Mitte von drei gleich gestalteten Giebeln gegliedert. Die reiche Architektur und Ornamentik des Turms und der Vorsprünge verleihen dem Gebäude einen beinahe orientalischen Charakter. Im Gegensatz zu den spitzbogigen Öffnungen des Erdgeschosses und des Turms weisen die Öffnungen im ersten Stock gerade Enden und geschwungene Gesimse auf, die vermutlich aus der früheren Bauphase des Schlosses stammen. Die Rückfassade des Gebäudes, die ähnlich wie die Hauptfassade gestaltet wurde, erhielt in den 1860er Jahren ebenfalls eine bogenförmige Kutschenauffahrt. Darunter öffnet sich das Treppenhaus in einem gotisch gerippten, überdachten Raum, dessen drei Treppenarme von einem reich verzierten, gotischen Gusseisengitter eingefasst werden. Die wichtigsten Räume sind mit neugotischen und neorenaissancezeitlichen Stuckgewölben versehen. Neben dem Haupttreppenhaus führt an jedem Ende des Flügels eine weitere Seitentreppe ins Obergeschoss, und der Turm besitzt eine eigene Wendeltreppe. Das Schloss liegt im Dorf, ist aber durch einen Vorgarten von der Hauptstraße getrennt. Zwei ebenerdige Seitenflügel, die ehemaligen Wirtschaftsgebäude, sind rückseitig mit dem Hauptflügel verbunden und umschließen einen weitläufigen Garten. Dieser war durch einen gotischen gusseisernen Zaun und eine Säule mit Schießscharte von der Außenwelt abgeschirmt, und um die Jahrhundertwende wurden dort ein rundes, gewölbtes Blumenbeet und eine Statue aufgestellt.

Inventarnummer:

3139

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Galánta   (Park utca - Parková ulica)