Miklós-Gefängnis
Gebäude, Struktur
Das einstöckige Gebäude des Miklós-Gefängnisses, östlich der Hauptstraße an der Ecke Fazekas- und Egyetem-Straße, parallel zum Hauptplatz und nahe der Henkerbastei gelegen, wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ursprünglich als zwei gotische Stadthäuser errichtet. Archäologische Untersuchungen belegen die Existenz einer frühen Töpferwerkstatt an diesem Ort. Das Miklós-Gefängnis, eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Gebäude, diente vom 17. Jahrhundert bis 1909 als Stadtgefängnis und Folterkammer. Der Überlieferung nach wurde es nach einem angeblich besonders grausamen Henker Ferenc II. Rákóczis namens Miklós benannt. Der Fürst hatte jedoch keinen Henker dieses Namens. Košice besaß seit über 500 Jahren das Recht, mit dem Schwert zu exekutieren. Die Ausübung dieses Rechts erforderte naturgemäß die Anstellung von Henkern. Die Wohnräume des in der Stadt tätigen Henkers befanden sich im Obergeschoss des Gebäudes. Ab 1909 beherbergte das Gebäude das Oberungarische Museum, das die Stadtgeschichte in Ausstellungen präsentierte. Während des Zweiten Weltkriegs, als Košice von 1940 bis 1942 wieder kriegsfähig war, wurde das Haus umfassend renoviert. 2009 führte das Museum der Ostslowakei mit Unterstützung des sogenannten „Norwegischen Fonds“ eine umfassende Rekonstruktion des Gebäudes und seiner Umgebung auf der Henkerbastei durch, verbunden mit Forschungsarbeiten. Bei den Ausgrabungen wurde der unterirdische Gang entdeckt, der das Gefängnis mit der Henkerbastei verband. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum.