Mihaly Rotarides

Mihaly Rotarides

Sonstige - andere

* Otrokocs, 1715 – † Wittenberg, 15. April 1747 / Literaturhistoriker; Er studierte am Evangelischen Lyzeum in Sopron und setzte seine theologischen Studien von 1738 bis 1742 in Wittenberg fort. Während er die literaturgeschichtlichen Arbeiten von Dávid Czvittinger (Selmecbánya) fortführte, sammelte er umfangreiches Material in deutschen Bibliotheken. Nach Abschluss seines Studiums kehrte er 1742 nach Deutschland zurück, um seine Aufzeichnungen durch Daten aus heimischen Bibliotheken zu ergänzen. Mithilfe seiner Empfehlungsschreiben bereiste er das Hochland und untersuchte die Büchersammlungen von Pfarreien und Adelsfamilien. Im Februar 1744 wollte er nach Deutschland zurückkehren, wurde jedoch aufgrund eines königlichen Erlasses, der die Ausfuhr von Dokumenten verbot, an der Grenze aufgehalten, eingesperrt und all seiner Besitztümer beschlagnahmt. Er wurde nur unter großen Schwierigkeiten freigelassen und konnte seine Manuskripte erst nach Auseinandersetzungen in Polen und Deutschland mit Hilfe seiner Gönner und der Universität Wittenberg zurückerhalten. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits krank und kehrte nie wieder nach Hause zurück. Aufgrund seiner Schulden verkaufte er seine Bücher und verpfändete seine Manuskripte. Er starb jung in Wittenberg an einer Lungenentzündung. Das Manuskript seines Werkes gelangte in die Ungarische Bibliothek in Wittenberg. Anders als Dávid Czvittinger wollte er die Entwicklung der ungarischen Literatur nicht alphabetisch, sondern zusammenfassend, chronologisch und nach Themen geordnet darstellen. Aufgrund seines frühen Todes konnte jedoch nur ein Entwurf seines Werkes fertiggestellt werden: „Historiae hungaricae literariae antiqui medii atque recentioris aevi lineamenta“. Quorum prolegomena generalem in universam historiam Hungariae literarium introductionem continentia prodeunt studio ac sumtu H. M. hungari (Altonaviae et Servestae, 1745), ergänzt von Pál Wallaszky. In den ersten Kapiteln seines umfangreichen Werkes behandelte er allgemeine literarische Fragen, in den folgenden die Erscheinungsformen des wissenschaftlichen Lebens. Er kannte vermutlich nur wenige Schriftsteller und Werke des Mittelalters, führte aber ab der protestantischen Ära des 16. Jahrhunderts zahlreiche ungarische und lateinische Autoren an. Offenbar war ihm jedoch die philosophische Auseinandersetzung mit literarischen Phänomenen sowie die Darstellung und Kritik ihrer Quellen wichtiger. Seine oft bewegenden Ausführungen, die verschachtelten Sätze und die häufigen Wiederholungen von Gedanken wirken mitunter unstrukturiert. Er signierte sein Werk mit den Buchstaben H. M., weshalb er auch unter den Namen Hazafi Mihály oder Hazay Mihály bekannt war. Seine übrigen Werke blieben ebenfalls ungeschrieben.

Inventarnummer:

12215

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Tornalja (Sajószárnya)