Mariensäule
Statue, Denkmal, Gedenktafel
Auf dem Ferenciek-Platz, der sich vom Hauptplatz der mittelalterlichen Altstadt von Bratislava direkt vor dem Haupteingang der für die Lutheraner erbauten und später von den Jesuiten übernommenen Kirche öffnet, befindet sich eine barocke, aus Stein gehauene Mariensäule. Auf dem quadratischen Sockel, der von einem schlichten Gesims eingefasst ist, sind Inschriften und hochwertige, in Stein gehauene Reliefszenen zu sehen. Besonders kunstvoll gestaltet ist das Relief, auf dem zwei geflügelte Engel ein dekoratives Zepter (Weihrauchfass) emporheben. Eine schlanke, hohe, zylindrische Steinsäule erhebt sich aus dem Sockel, auf deren zusammengesetztem Kapitell eine überlebensgroße Steinstatue der Jungfrau Maria ruht. Maria, mit Krone auf dem Haupt und in einen langen Mantel gehüllt, hält das Jesuskind in ihrer rechten Hand. Die Säule wurde 1675 von Kaiser Leopold I., dem König von Ungarn, aus Dankbarkeit und zu Ehren Marias errichtet, um die Freude über die erfolgreiche Niederschlagung der Verschwörung des ungarischen Adels gegen ihn, die sogenannte Wesselényi-Verschwörung, auszudrücken. Die Vergeltungsmaßnahmen gegen die „gefassten“ (in Wirklichkeit meist selbstergebenen) Verschwörer hatten übrigens auch eine Verbindung zu Bratislava, da sich 1671 – neben Levski – hier ein Gericht befand, das über Verbrecherfälle verhandelte. Ferenc Bónis, der zum Verlust seines Lebens und seines Vermögens verurteilt worden war, wurde in dieser Stadt hingerichtet – am selben Tag wie Zrínyi und Frangepán. Mit ihrem Entstehungsjahr 1675 ist sie die älteste Mariensäule in Bratislava. Es gibt noch ein weiteres historisches Wahrzeichen, das mit der Säule in Verbindung steht. Am 25. Juni 1741 zog die Tochter Leopolds I., die frisch gekrönte Maria Theresia, mit dem Krönungszug an diesem Ort vorbei und beugte dankbar vor ihrer Schutzpatronin die Knie. In seinem Werk „Straßen und Plätze der Stadt Bratislava“ von Tivadar Ortvay heißt es über die Säule: „Die Marmorsäule vor der Kirche, umgeben von Bäumen, vier Gaslaternen und einem schlichten Eisengitter, mit dem Bildnis der Jungfrau Maria, wurde von Kaiser Leopold I. zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis errichtet. Ihr Grundstein wurde am 25. April 1675 gelegt, und sie wurde am 7. Dezember desselben Jahres, dem Vorabend des Festes der Unbefleckten Empfängnis, geweiht. Anlässlich der erneuten Verkündung des genannten Glaubensartikels wurde die Säule aufwendig restauriert.“