Mariä Himmelfahrt Statuengruppe

Mariä Himmelfahrt Statuengruppe

Statue, Denkmal, Gedenktafel

(Mariensäule und Statuengruppe, Immaculata-Denkmal, Votivsäule der Pest) ; ; Die Mariä-Himmelfahrt-Statuengruppe ist eine religiöse Statuengruppe in der Stadt Nyitra, auf dem Burgberg, auf dem Platz vor der Brücke, die zum Burgtor führt. Das sakrale Bauwerk ist bei den Einheimischen auch als Mariensäule und Statuengruppe, Immaculata-Denkmal und Votivsäule der Pest bekannt. Die Statuengruppe ist insgesamt etwa elf Meter hoch. Die Mariä-Himmelfahrt-Statuengruppe wurde von Fürstprimas, katholischem Hohepriester und Kanzler Imre Esterházy (1663–1745) zum Gedenken an das Ende der verheerenden Pestepidemie errichtet, die ein Jahr zuvor, um 1749, gewütet hatte. Das Denkmal wurde von dem aus Österreich stammenden Barockbildhauer und Steinmetz Martin Vogerl (1714–1770) in Auftrag gegeben, der bereits 1750 die Mariensäule und die Figuren der Skulpturengruppe geschaffen und aufgestellt hatte. Das Denkmal ist aufgrund des Anlasses seiner Errichtung auch als Votivsäule gegen die Pest bekannt. Die Gruppe wurde im prachtvollen Barockstil gefertigt. Der Name des Schöpfers findet sich auch auf dem Sockel der Skulpturengruppe. Die Säule bestand ursprünglich aus Sandstein, ähnlich wie die Statuen von Königen und Engeln, die die Mariensäule umgeben. Infolgedessen, teilweise aufgrund von Feuchtigkeit, begannen die Skulpturen zu zerbröckeln, und einige verschwanden sogar. Der wichtigste Grund dafür war, dass Regenwasser vom Hang, der zum Schloss führte, in den Sockel der Statue floss und sich dort sammelte. Aus diesem Grund musste das Denkmal aufgrund seines Zustands relativ häufig renoviert und restauriert werden. Die Statuengruppe wurde erstmals 1850, dann 1933, 1944 sowie 1955 und 1956 restauriert. Um 1970 verschlechterte sich der Zustand der Statuengruppe erneut so stark, dass eine weitere Restaurierung notwendig wurde. Bereits 1974 hatten Denkmalschützer die Behörden auf das Problem aufmerksam gemacht, dass die zentrale Mariensäule jederzeit einstürzen könnte. Trotzdem wurde die Ausschreibung für die Restaurierung des Denkmals erst 18 Jahre später, 1992, vom Bischofsamt Nitra veröffentlicht, da die dortigen Behörden der Erhaltung von Kirchenstatuen damals keine besondere Bedeutung beimaßen. Den Wettbewerb gewann der slowakische Bildhauer und Restaurator Marián Hruštinec, der die Gesamtkosten der Restaurierung auf rund siebeneinhalb Millionen Tschechoslowakische Kronen schätzte und die Fertigstellung bis 1994 zusagte. Der beauftragte Restaurator konnte jedoch weder die Kosten decken noch den zugesagten Fertigstellungstermin einhalten. Zudem wurden finanzielle Unregelmäßigkeiten des Bildhauers im Zusammenhang mit der Rekonstruktion aufgedeckt, woraufhin Hruštinec 1997 aus der Restauratorenkammer ausgeschlossen wurde. Drei Jahre später, im Jahr 2000, kündigte das zuständige Bischofsamt seinen Vertrag mit ihm offiziell. Im Zuge dessen stellte sich heraus, dass auch die bereits fertiggestellten Kopien der Nebenfiguren des Immaculata-Denkmals, der Könige, nicht akkurat waren und neu gegossen werden mussten. Hruštinec erledigte diese Aufgabe, doch es entbrannte ein langwieriger Streit mit dem Bischofsamt über die ausstehende Bezahlung. Im Jahr 2008 stellte die Stadt Nitra finanzielle Mittel für die Weiterentwicklung des Areals um die Statuengruppe bereit. Dank dieser Spende konnte das Gelände um die Statue entwässert und der Sockel getrocknet werden. Anschließend wurde die restaurierte Immaculata-Statue auf Anraten des Denkmalschutzamtes an ihren ursprünglichen Platz auf der Mariensäule zurückgebracht. Die Nebenfiguren der Gruppe – die vier Könige und die Engel – sowie die Wappen der Adelsfamilien wurden 2006 eingelagert. Danach wurden die Steinstufen und das steinerne Geländer um die Statuengruppe restauriert und das gesamte Ensemble konserviert. Schließlich wurden auch die Statuen restauriert. Die Arbeiten waren Ende Juni 2008 abgeschlossen. Die Gesamtkosten der Restaurierung beliefen sich auf über zehn Millionen slowakische Kronen. Die Statue wurde am 15. August, dem Fest Mariä Himmelfahrt, neu eingeweiht. Die Skulpturengruppe besteht aus verschiedenen Gesteinsarten und war ursprünglich mehrfarbig bemalt und vergoldet. Das zentrale und wichtigste Element der elf Meter hohen Skulpturengruppe ist die Mariensäule, auf der eine Statue der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria thront. Das Wappen von Bischof Eszterházy befindet sich in der darunterliegenden Kartusche. An den vier Seiten des Sockels sind Königsstatuen der vier ungarischen Herrscher – des Heiligen Stephan, des Heiligen Imre, des Heiligen Ladislaus und Béla IV. – angebracht. Die dekorativen Elemente der Skulpturengruppe sind interessant, darunter Schnecken- und Muschelornamente, Akanthusblätter und sitzende Engelsfiguren. Der Raum zwischen den spiralförmigen Verzierungen ist mit Reliefs gefüllt, die Details des Marienzyklus darstellen: Marias Besuch bei Elisabeth, die Verkündigung, Marias Verlobung und Mariä Himmelfahrt. Das Werk hat einen quadratischen Grundriss und ist durch eine Brüstung vom Platz abgetrennt. Die wertvolle öffentliche Skulptur wird videoüberwacht. Das Denkmal in Nitra weist in vielen Elementen große Ähnlichkeit mit der Mariensäule in Hainburg an der Donau in Niederösterreich auf, die ebenfalls zu den öffentlichen Werken Martin Vogerls zählt. Der österreichische Meister schuf auch die Mariensäule in Gödöllő, für die er die Skulpturen in Nitra und Hainburg als Vorbild nahm.

Inventarnummer:

1834

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Nyitra   (a várkapuhoz vezető híd előtti teresedés, II. János Pál pápa tér - Námestie Jána Pavla II.)