Marchegg-Viadukt
Gebäude, Struktur
Das Marchegg-Viadukt, erbaut für den Eisenbahnverkehr – zusammen mit der sogenannten Roten Brücke –, spielte eine bedeutende Rolle für die westlichen Verkehrsverbindungen Bratislavas. Die Brücke war Teil der vom ungarischen Parlament 1836 beschlossenen Eisenbahnlinie, die Pest über Vác, Érsekújvár und Bratislava mit Wien verbinden sollte. Die Ungarische Zentralbahn begann 1844 mit dem Bau dieser Strecke. Das Viadukt erhielt seinen Namen, da es durch die Überbrückung der Marchegg eine Verbindung zum niederösterreichischen Dorf Marchegg herstellte. Die Bauarbeiten dauerten von 1845 bis 1850. Mit seinen 474 Metern war es damals die längste Brücke der gesamten Monarchie. Gemäß der ursprünglichen Planung überspannte eine 43 Meter lange, zweibogige Holzbalkenbrücke den Fluss. Hinzu kamen zehn jeweils 15 Meter lange Brückenelemente aus Ziegeln und Stein mit beidseitigen Bogenöffnungen, die die breite Flussaue beidseitig überspannten. 1866, während der Kämpfe im Deutsch-Österreichischen Krieg, zerstörten die sich zurückziehenden österreichischen Truppen den mittleren Holzteil der Brücke. Bei der Restaurierung 1868 wurde der fehlende Teil durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Im Ersten Weltkrieg war geplant, die Brücke auf zwei Gleispaare zu erweitern, um die Transportkapazität für Militärtransporte an die Ostfront zu erhöhen. Diese Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Die Brücke konnte somit bis zum 6. April 1945 für den Verkehr genutzt werden, als der Mittelteil von den sich zurückziehenden deutschen Truppen gesprengt wurde. Die Restaurierung dauerte 14 Jahre. Dennoch ist das Marchegg-Viadukt wohl das spektakulärste Element der Eisenbahnbrücken im Raum Bratislava.