Richter Lucian
Sonstige - andere
* Zsitvaújfalu, 4. April 1898 – † Komárom, 15. Mai 1990 / Gymnasiallehrer, Lehrbuchautor, Redakteur; Er schloss sein Theologiestudium in Pannonhalma ab und erwarb zudem eine Lehrbefähigung für Ungarisch-Latein. Am 29. Juni 1922 wurde er zum Priester geweiht. Von 1922 bis 1939 war er Lehrer und Direktor des Benediktinergymnasiums in Komárom, und von 1939 bis 1944 war er Direktor desselben. Ab 1945 leitete er das Benediktinergymnasium in Komárom, bis 1949 war er Abt des dortigen Klosters und von 1944 bis 1978 Vikar des Abtes von Pannonhalma in der Slowakei. Ab 1946 war er Pfarrer in Komárom. 1949 wurde er zusammen mit seinen Mönchsbrüdern in der Nordslowakei interniert, von wo aus er erst 1960 zu seinen ungarischen Anhängern zurückkehren konnte. Danach diente er in Balony, Medvé und Nyárad. Zwischen den beiden Weltkriegen war er Organisator der ungarischen Pfadfinderbewegung in der Slowakei und Herausgeber mehrerer Zeitungen (Tábortűz, Szőz Mária Új Virágos Kertje, Komáromi Római Katholikus Autonóm Egyházség Értesítője). Er stellte ein Ungarisch-Sprachbuch für ungarische Gymnasien im Hochland zusammen. Er initiierte die Liturgiereform, war 1933 Herausgeber des Liturgischen Lexikons und 1989 Mitautor des neuen liturgischen Lexikons von Verbényi und Aratóféle, das im Geiste des Konzils überarbeitet wurde. 1947, während der Zeit der Entrechtung der Ungarn, veröffentlichte er illegal ein Gebetbuch (Vaterunser) und einen katholischen Kalender. Er nahm an den Ereignissen von 1968 teil, gehörte der Synodalen Erneuerungsbewegung an, weshalb er nach 1968 schikaniert wurde und 1970 in den Ruhestand treten musste. Von da an bis zu seinem Tod war er Kaplan in Komárom. 1989 wurde ihm in Budapest die Áron-Márton-Gedenkmedaille verliehen. Einer der Hörsäle des Selye-János-Gymnasiums in Komárom trägt seinen Namen.