Litanei vom Leiden Christi, unseres Herrn
Kulturelles Erbe
Der Begriff Litanei (volkstümlich: létánia) hat mehrere Bedeutungen. Er bezeichnet den sonntäglichen Nachmittagsgottesdienst mit Anrede und Antwort, aber auch die Gebetsformel selbst, die Gattung des Gebets. Letztlich umfasst er all jene – meist – Nachmittagsandachten und -gottesdienste, deren Programm auch die Rezitation der Litanei beinhaltet. In den ungarischen Dörfern ohne Priester organisierten die Gläubigen das religiöse Leben der Gemeinde selbst und waren darin sehr engagiert. Ein schönes Beispiel dafür hören wir nun von dem 1906 geborenen Ferenc Forró, einem Informanten, in einer ergreifenden Darbietung mit einem wunderschönen, archaischen Text und einer ebenso schönen Melodie. Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre, während der Sammlung von Kirchenliedern und Volksbräuchen, befragten wir mehrere Informanten aus Vága zur Litanei vom Leiden unseres Herrn Christus und ihrer in Vága gesungenen Version. Alle älteren Menschen erinnerten sich an den Brauch dieser Litanei, konnten sich aber nicht mehr an Melodie und Text erinnern. Dies ist einer der Gründe, warum diese Aufnahme so wertvoll ist. Die Aufnahme zeigt Ferenc Forró aus Vága, der ein Fastenvolkslied einspielt. Das mehrstrophige Volkslied wurde freitags in der Fastenzeit zwischen den Kreuzwegstationen gesungen. Viele ältere Kirchgänger aus Vága kennen das Lied noch, allerdings in einer einfacheren Melodievariante. Onkel Feri verziert die dritte Zeile der Strophenmelodie reicher, als es heute in Vága üblich ist. (Mónika Józsa) Die Litanei vom Leiden unseres Herrn Christus Die Tonaufnahmen wurden 1975 von dem Benediktinermönch Teodóz Jáki Sándor aus Győr angefertigt, der Informant war Ferenc Forró aus Vága. ; ; ; ; ; ; Die Sendung wurde am Gründonnerstag (9. April 2020) von Pátria Radio in Bratislava ausgestrahlt und am Karfreitag (10. April 2020) wiederholt.