Lilienmotiv als Stuckverzierung an Häusern in Gömörpéterval
Sonstige - andere
Wir glauben, ein interessantes Motiv an den Stuckverzierungen von vier Häusern in Gömörpéter entdeckt zu haben. Laut den Fotos ist es an drei Häusern als Stuckverzierung und an einem weiteren als Malerei angebracht. Béla Trizna, der an der Fassadensanierung des Hauses beteiligt war, berichtete jedoch, dass es sich ursprünglich ebenfalls um eine Stuckverzierung handelte. Der Besitzer habe darauf bestanden, die alte, abgenutzte Verzierung auch nach der Renovierung zu erhalten. Das Motiv zeigt eine Lilie, die sich in vier Richtungen windet. Von ihren vier Ecken geht ein Lilientrieb aus. Leider ist der Ursprung des Motivs unbekannt; die älteren Maurer konnten dazu nichts sagen. Möglicherweise haben sie das Motiv im Dorf voneinander übernommen. Es wurde vermutet, dass es sich um eine Anjou-Lilie handelt, doch Muster und Darstellung unterscheiden sich von den Lilien an den Häusern. Es könnte sich dennoch um eine stilisierte Version handeln. Das Motiv ähnelt stark einem in Kasachstan weit verbreiteten Motiv. Der kasachische Ethnograf Babakumar Khinayat kommentierte die Bilder: „Das Muster heißt Tort Kulsk, was so viel wie ‚vier Ohren‘ bedeutet. Es symbolisiert die vier Himmelsrichtungen und steht für Ausgewogenheit und Harmonie. Man findet es häufig auf bestickten Teppichen und anderen Heimtextilien. Oft wird es als Leitmotiv verwendet und verweist auf familiäre und harmonische Lebensverhältnisse. Auch in Schmuckstücken ist es verbreitet. Am Rand des Motivs ist eine Rose oder ein Vogel angedeutet.“