Levoca-Haus

Levoca-Haus

Gebäude, Struktur

Das Levoča-Haus ist ein ehemaliges Wohnhaus, das heute ein Restaurant und Café beherbergt. Es befindet sich im slowakischen Bezirk Košice, an der Kreuzung von Universitätsstraße und Hauptstraße, Hauptstraße 65. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es wurde vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut und gilt als ältestes erhaltenes Zivilgebäude der Stadt und als das am besten erhaltene gotische Haus der Region. Zudem ist es die älteste noch betriebene Pension in den Oberkarpaten. Laut einigen Quellen ist es sogar die älteste Pension Europas, dies ist jedoch nicht belegt. Das Gebäude ist als nationales Kulturdenkmal geschützt und unter der Kennnummer 802-1091/0 registriert. Die ersten bekannten architektonischen Elemente des zweistöckigen Familienhauses stammen wahrscheinlich aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert, doch stand an der Stelle des heutigen Gebäudes mit Sicherheit bereits zuvor ein Wohnhaus. Die gewölbten und spitzbogigen Rippenräume im Erdgeschoss des Hauses, ursprünglich im spätgotischen Stil erbaut, sowie einige Türrahmen mit Spitzbögen gelten als charakteristische Stilelemente des Gebäudes. Größere Bekanntheit erlangte das Haus gegen Ende des 15. Jahrhunderts, als es in den Besitz von György Szatmári (1457–1524), dem aus Esztergom stammenden Erzbischof, gelangte. Später gehörte das Haus Elek Thurzó (1490–1543), einem Magistrat, der es 1542 der Stadt Levoča schenkte. Daher rührt auch der Name, da es damals als beliebte Unterkunft für die Kaufleute von Levoča diente. Das Haus blieb jedoch nur 27 Jahre im Besitz der Stadt, da es 1569 von der Stadt Košice für 4.000 Goldstücke von der Familie Lőcs zurückgekauft wurde. Damals änderte das Gebäude seine Funktion und wurde in ein repräsentatives Gästehaus umgewandelt – eine Funktion, die es teilweise noch heute erfüllt. Das Lőcsei-Haus galt zu jener Zeit als wichtigste Unterkunft der Stadt, was sich darin zeigte, dass es von vielen Amtsträgern und angesehenen Persönlichkeiten besucht wurde. Laut einer Beschreibung aus dem Jahr 1604 verfügte der Hausbesitzer im Obergeschoss über verschiedene Zimmer, darunter befanden sich zwei gewölbte Ställe, und die Zimmer waren deutlich sauberer als in jeder anderen Mietunterkunft der Stadt. 1617 wurde ein Teil des Gebäudes an den Schriftsetzer und Drucker Jána Festha vermietet, der dort seine Druckerei betrieb – die erste ihrer Art in Košice. In den folgenden Jahrzehnten beherbergte das Haus verschiedene Institutionen und Vereine. Der Ruhm des Gebäudes wuchs weiter dank eines Ereignisses im Jahr 1626: Am 2. März jenes Jahres fand im Levant House ein feierliches Bankett anlässlich der Hochzeit von Gábor Bethlen (1580–1629), Fürst von Siebenbürgen, und seiner zukünftigen Gemahlin und Nachfolgerin Katharina von Brandenburg (1604–1649) statt. Mehrere hundert Gäste waren zu der Feier, die einen Tag nach der Hochzeit stattfand, eingeladen, darunter vor allem Mitglieder der europäischen Königshäuser jener Zeit. Zu den Hauptgerichten des etwa eine Woche dauernden Festmahls gehörten gebratene Wachteln, Fasane, Hirsche und Fisch. Die Gäste aßen mit den Händen, und Kartoffeln wurden durch Brot ersetzt. Im Laufe seiner Geschichte erfuhr das Gebäude zahlreiche Umbauten, Rekonstruktionen und Erweiterungen. Die erste Rekonstruktion erfolgte im 17. Jahrhundert, als es im Renaissancestil umgestaltet und um einen Arkadenhof erweitert wurde. Im 18. Jahrhundert wurde das Haus erneut umgebaut und mit barocken Elementen versehen. 1782 verlor es an Beliebtheit, da der Gasthof „Zum Schwarzen Adler“ übergeben wurde und sich dadurch zum wichtigsten Gastronomiebetrieb in Košice entwickelte. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich der Zustand des Gasthofs erheblich, was verschiedene Vorschläge für Renovierung, Umbau und Nutzungsänderung des Hauses zur Folge hatte. 1901 empfahl der städtische Chefingenieur Richard Rössler, das Gebäude anstelle des Gasthofs in ein Casino umzuwandeln. 1907 schlug der Architekt Julius Répászky vor, das Haus als Kulturpalast zu nutzen. Im Oktober 1907 erließ das Innenministerium die Anordnung, das Gebäude in seine ursprüngliche gotische Form zurückzuversetzen. Nach Erlass des Dekrets beschloss die regionale Denkmalschutzkommission, die Stadtverwaltung mit der Restaurierung des Hauses zu beauftragen. Die Arbeiten begannen 1907/08 und dauerten über zwei Jahre, bis 1910. Das Levoca-Haus wurde am 15. Mai wiedereröffnet. Trotz des Dekrets hat das Gebäude durch die Restaurierung einen Großteil seines ursprünglichen Aussehens eingebüßt. Heute wird das Gebäude vielfältig genutzt. Es beherbergt eine Filiale des Telekommunikationsunternehmens Orange sowie das Restaurant und Café Levoca-Haus. Die Rippengewölbe-Giebel des Hauses, die in ihrer mittelalterlichen Form erhalten geblieben sind, sind noch heute zu sehen. Auch die originalen Tür- und Fensterrahmen des Gasthauses sind an der Egyetem-Straße erhalten geblieben.

Inventarnummer:

1639

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Kassa - Óváros   (Fő utca 65. - Hlavná ulica 65.)