Laszlo Palotas (Prokopec)
Sonstige - andere
* Érsekújvár, 26. Januar 1905 – † Budapest, 13. September 1993 / Bauingenieur, Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften; ursprünglich hieß er László Prokopec, den Nachnamen Palotás verwendete er erst ab 1934. Er verlor seinen Vater sehr früh, die Familie lebte in großer Armut. Schon als Zweitklässler las er seinen Nachbarn Zeitungsartikel vor und verdiente sich so etwas dazu. Während seiner Schul- und Studienzeit unterrichtete er Schüler und gab Vorbereitungskurse, um seine Familie finanziell zu unterstützen. 1928 schloss er sein Studium der Bauingenieurwissenschaften an der Technischen Universität Budapest ab und promovierte 1937. Zwischen 1929 und 1936 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am II. Er arbeitete ab 1936 im Brückenbauamt des Ministeriums für Handel und Verkehr, zunächst als Beamter, dann von 1945 bis 1948 als dessen Chefingenieur und Berater. 1948 gründete er das Staatliche Institut für Bauwesen und Planung, dessen erster Direktor er wurde. Von 1950 bis 1954 war er stellvertretender Generaldirektor der U-Bahn-Investitionsgesellschaft. Parallel dazu lehrte er als Professor an den Fakultäten für Brückenbau, Mechanik und Tragwerksplanung der Technischen Universität Budapest und der Verkehrs- und Ingenieurhochschule Szolnok. Von 1963 bis 1968 leitete er die Abteilung für Baustoffe am BME30 sowie das Labor für Beton- und Stahlbetonbau. 1969 ging er in den Ruhestand, blieb aber noch viele Jahre als wissenschaftlicher Berater der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Ungarischen Technischen Universität aktiv. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften wählte ihn 1990 zum korrespondierenden und 1991 zum ordentlichen Mitglied. Er galt als Universalgelehrter der Betontechnologie und befasste sich mit Rahmenkonstruktionen, Stahlbetonstatik und Stahlbetonfestigkeit. Er entwarf auch die Brücke von Bratislava. Er veröffentlichte über 115 wissenschaftliche Arbeiten und war Autor, Mitautor und Herausgeber von zwei Dutzend Büchern. Er war Chefredakteur und einer der Autoren des fünfbändigen Ingenieurhandbuchs (1955–1965). Nach seinem Tod wurde ein Architekturpreis nach ihm benannt. Seine Hauptwerke: A beton, 1934; Eljárás keremeszterkek számkásárára, 1936; Keretskreveteks I-III., 1943–1947 Két őrőlángan térférbíró keremeszterlemez, 1944; Theorie und Berechnung von Rahmenkonstruktionen, 1951; Qualitätsbeton, 1952; Berechnung von Stützgittern, 1953; Festigkeitslehre von Stahlbeton (mit Győző Mihailich), 1964; Stahlbetonarchitektur I-II, 1964–1967; Bruchtheorie von Stahlbetonkonstruktionen, 1966; Grundlagen der Baustoffe, 1967; Theorie des Stahlbetons, 1974; Materialwissenschaft von Ingenieurbauwerken I-III, 1979–1980.