Bronzetafel von László Ocskay
Statue, Denkmal, Gedenktafel
1704 eroberten die Kuruken die Burg kampflos. 1706 hielt sich Ferenc II. Rákóczi länger in der Burg auf und unterzeichnete hier am 20. Mai den Waffenstillstand. 1708 griff Hannibal Heister die Burg Érsekújvár an, konnte sie aber nicht einnehmen. Kuruken-Brigadier László Ocskay wechselte nach dem gescheiterten Sturm auf die Stadt die Seiten. Leutnant Ádám Jávorka von Érsekújvár beschloss, den Verräter gefangen zu nehmen. Als er jedoch am 31. Dezember 1709 mit seinen Kuruken vor Ocskay stand, erfuhr er, dass dieser bereits in Verbó, auf der Burg Révay, lebte. Am 1. Januar 1710 schlich er sich, als Bettler verkleidet, in die Burg und erspähte, wann Ocskay nach Ocskó zurückkehren würde. Gegen Abend lauerten er und seine Krieger auf der Landstraße auf, und nachdem sie die meisten seiner Gefährten niedergemetzelt hatten, nahm er Ocskay lebend gefangen und brachte ihn nach Érsekújvár. Dort verurteilte das Militärgericht unter Vorsitz von Brigadegeneral János Csajághy Ocskay zunächst zum Pfählen und schließlich – auf Fürsprache von Sándor Ocskay – aus Gnade zum Tode durch das Schwert. Joseph I. weigerte sich vergeblich und versprach, nach Rákóczi zurückzukehren. Am 3. Januar 1710 wurde er auf dem Hauptplatz von Újvár enthauptet, und sein Kopf wurde auf einem Pfahl auf der Burgbastion aufgespießt. Seine Hinrichtung war grausam. Der Henker war wohl von dem berühmten Verurteilten verlegen und zielte zunächst mit dem Pfahl auf Schulter und Wirbelsäule. Er musste mehrmals zuschlagen, bis der Brigadier starb. Heute erinnert eine Gedenktafel aus Bronze, die 1975 an dieser Stelle angebracht wurde, an ihn. Die ursprüngliche Tafel stammte aus dem Jahr 1929, wurde aber später aus politischen Gründen entfernt. Sie trägt den lateinischen Namen Érsekújvár, darüber das Monogramm von László Ocskay und das Jahr seines Todes – allesamt Elemente des Stadtwappens. Die Bronzetafel befindet sich nur wenige Schritte von der Dreifaltigkeitsstatue entfernt. Ocskays Figur wurde in der Literatur durch Mór Jókais Roman „Szeretve mind a vérpadig“ und Ferenc Herczegs erfolgreichstes Theaterstück „Die Ocskay-Brigade“ verewigt. Tibor Takács schrieb einen Roman über das Ocskay-Jávorka-Duell unter dem Titel Ezüstkard, und András Dienes schrieb einen Roman unter dem Titel Farkasles.