Meisterkorbflechter
Sonstige - andere
Als ich Onkel Karcsi Oláh besuchte und ihn fragte, ob ich ihm ein paar Fragen zu seinem Handwerk stellen dürfe, empfing er mich sehr herzlich und erzählte mir begeistert vom Korbflechten. Onkel Karcsi, ein Meister im Korbflechten und Besenbinden, hatte das Handwerk im Alter von sieben Jahren von seinem Großvater gelernt. Er zeigte mir einige Bilder von seinem Wohnort in Deutschland, denn dort findet jedes Jahr ein traditioneller Jahrmarkt statt, zu dem Kunsthandwerker verschiedener Disziplinen, Erwachsene wie Kinder, aus den Nachbarländern kommen. Viele Besucher kamen gerne zu ihm, um die Grundlagen des Korbflechtens zu erlernen oder einfach nur, um sich dafür zu interessieren. Er freute sich jedes Jahr auf den Jahrmarkt und begrüßte die Interessierten. Er erklärte mir, wie das Korbflechten genau abläuft: Zunächst muss das Schilfrohr für den Korb im November oder Dezember gesammelt werden, wenn bereits Frost herrscht. Das beste Rohr ist das, das beim Drehen nicht tropft. Anschließend werden die Rohre nach Dicke sortiert. Die Hauptäste sind immer dicker. Der Korb wird geflochten, indem zwei Stränge außen und zwei Stränge innen miteinander verwoben werden. Es gibt sie in verschiedenen Größen und mit Verzierungen. Die wichtigsten Werkzeuge sind ein Messer, eine Gartenschere, ein Verdichter und ein Gummihammer. Während er mir davon erzählte, spürte man seine Begeisterung für sein Handwerk. Er ermutigt mich und alle anderen, das Korbflechten zu lernen, denn heutzutage beherrschen es nur noch wenige. Man braucht lediglich handwerkliches Geschick und Freude an der Arbeit. Wer beides hat, kann anfangen. Ich würde es auch gern lernen, aber leider fehlt mir das nötige Geschick. Trotzdem kann ich es jedem nur empfehlen, es zu versuchen, denn es lohnt sich. Ich finde, unser Dorf ist etwas Besonderes, denn auch in den umliegenden Siedlungen wird dieses Handwerk kaum noch ausgeübt.