Royal Catholic High School

Royal Catholic High School

Gebäude, Struktur

Bratislava war eine der bedeutendsten Schulstädte Ungarns. Unter ihren zahlreichen Bildungseinrichtungen zählte das Königlich-Katholische Gymnasium zu den angesehensten und renommiertesten. Die Geschichte der Institution beginnt 1626, als der Erzbischof von Esztergom, Péter Pázmány, das Jesuitenkolleg gründete. Der damalige Herrscher, ein überzeugter Förderer der Jesuiten, Ferdinand II., der die katholische Erneuerung maßgeblich unterstützte, bestätigte Pázmánys Gründung 1628. Zu diesem Zweck ließ der Erzbischof direkt neben dem St.-Martins-Dom ein neues Gebäude errichten. Der Ostflügel wurde 1629 fertiggestellt, der Südteil des Doms 1633 und schließlich 1635 die Westseite zur Stadtmauer hin. Das Gebäude steht noch heute und beherbergt die Theologische Fakultät der Slowakischen Komenski-Universität (Comenius-Universität). 1714 zog die Schule in das Balázs-Behaim-Haus am ehemaligen Batthyány-Platz (heute Prímás-Platz), einem der ältesten Gebäude Bratislavas. Auch dieses Gebäude ist erhalten geblieben und beherbergt heute die Theologische Fakultät der Slowakischen Universität Nagyszombat. Allerdings entsprach das alte Haus nicht mehr den Bedürfnissen der Patres. Sie beklagten wiederholt den baufälligen und teils unbrauchbaren Zustand des Gebäudes, bis das Jesuitenkolleg 1786 in das Klarissenkloster umzog. Da die Klarissen von Joseph II. aufgelöst wurden, wurde das Kloster in eine Schule umgewandelt. Die Jesuiten führten die Schule fortan nicht mehr, sondern übergaben sie den Benediktinern. 1850 mussten die Benediktiner aufgrund ihres patriotischen Verhaltens das Kloster verlassen, und die Schule wurde zu einem deutschsprachigen Gymnasium. 1861 wurde ein ungarischsprachiges Institut gegründet, und nach dem Kompromiss entstand ein achtklassiges königlich-katholisches Gymnasium. Die Bildungseinrichtung wuchs stetig und zählte 1899 bereits 503 Schüler. Auch Béla Bartók und Ernő Dohnányi besuchten die Schule zu dieser Zeit. Eine slowakischsprachige Gedenktafel wurde an der Klostermauer zu Bartóks Ehren angebracht. Aufgrund der stetig wachsenden Schülerzahl reichten die Räumlichkeiten des Klosters bald nicht mehr aus, und ein Neubau wurde dringend notwendig. Die Stadtverwaltung verlegte die Schule in die Nähe des neu entstandenen Stadtteils Józsefváros. Das zuständige Bauamt, das Kulturministerium, beauftragte Ödön Lechner mit dem Entwurf. Zu den Glanzstücken seines Schaffens zählen das Königlich-Katholische Gymnasium in Bratislava und die St.-Elisabeth-Kirche. Das Gymnasium wurde zwischen 1906 und 1908 erbaut und besticht durch seinen L-förmigen Grundriss und seine imposante Größe. Die Größe des Gebäudes war jedoch notwendig, da die Schülerzahl 1909 bereits auf 543 angestiegen war. Ödön Lechner hatte ursprünglich geplant, neben der Schule eine Kapelle als Religionszentrum zu errichten. Da es in dem neuen Stadtteil aber noch keine Kirche gab, wurde der Plan geändert und der Architekt mit dem Entwurf und Bau einer Kirche beauftragt. So entstand eines von Ödön Lechners größten Werken: die St.-Elisabeth-Kirche, die die Slowaken aufgrund ihrer heutigen Farbe auch Blaue Kirche nennen. Das von Ödön Lechner erbaute Königlich-Katholische Gymnasium in Bratislava bestand nur wenige Jahre. Im Mai 1919 wurde es in eine tschechoslowakische Staatsschule umgewandelt, wobei die ungarische Abteilung in den Klassen 2 bis 8 erhalten blieb (eine ungarische Klasse in der ersten Klasse war nicht mehr möglich). Das Gebäude beherbergt auch heute noch eine Schule – ein rein slowakisches Gymnasium, das vorgibt, Nachfolger des traditionsreichen katholischen Gymnasiums zu sein.

Inventarnummer:

2043

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Gröszling utca 18. - Grösslingová ulica 18.)