Hauptquartier des Kreises Abaúj-Torna

Hauptquartier des Kreises Abaúj-Torna

Gebäude, Struktur

Der repräsentative Barockpalast, gelegen an der Ostmauer des Hauptplatzes, in unmittelbarer Nähe der Kathedrale St. Elisabeth, entstand 1779 durch die Vereinigung mehrerer mittelalterlicher Grundstücke durch die Gespanschaft Abaúj, genauer gesagt durch Herrn Lőrinc Orczy, nach den Plänen des Wiener Architekten János Langer. Seine heutige Form erhielt er nach dem Umbau von 1887–89, entworfen vom Architekten Béla Gerster aus Košice. Die Hauptfassade des axialsymmetrischen, in einer geschlossenen Reihe errichteten Gebäudes weist sieben Achsen auf. Der Balkon des Saals im ersten Obergeschoss erstreckt sich über das mittig geöffnete Haupttor, das durch einen leichten Vorsprung zusätzlich betont wird. Das Tympanon über dem Vorsprung zeigt das sogenannte vereinigte Wappen der Gespanschaft Abaúj-Torna, aus Stein gehauen. Die beiden benachbarten Komitate wurden lange Zeit de facto von Košice aus verwaltet, bis 1881 das kleinste Komitat des Königreichs, Torna, dem Komitat Aba (Újvár) angegliedert wurde. Die Hofflügel des Gebäudes und der östliche Teil, der sich zur Orlia-Straße hin öffnet, umschließen einen langen, rechteckigen, typischen Košice-Innenhof, entlang dessen ein zweistöckiger, schmiedeeiserner Rundgang verläuft. Im Prunkraum im Obergeschoss befindet sich ein Fresko mit den Wappen der Städte des Komitats. Dieser Raum ist traurigerweise deshalb berüchtigt, weil hier während des Zweiten Weltkriegs die selbsternannten linken Führer der nach dem Vormarsch der Roten Armee neu formierten Tschechoslowakei am 5. April 1945 das sogenannte Regierungsprogramm von Košice verabschiedeten. Kern dieses Programms war die Wiederherstellung des 1938 zerfallenen tschechoslowakischen Staates. Dies wollten sie erreichen, indem sie die ungarische und deutsche Bevölkerung kollektiv für schuldig erklärten, ihr die Staatsbürgerschaft und Rechte entzogen, sie vollständig deportierten und ihr Eigentum konfiszierten. In Erinnerung an diese „glorreiche Tat“ wurde das Gebäude eine Zeit lang auch „Haus des Regierungsprogramms von Košice“ genannt, und eine Gedenktafel an der Fassade erinnert noch heute an diesen Tag. Das wunderschön renovierte Gebäude beherbergt seit den 1970er Jahren ein Museum. Ursprünglich war dort eine Dauerausstellung zur Arbeiterbewegung zu sehen. Heute befindet sich hier die Ostslowakische Kunstgalerie, deren Sammlung und Ausstellungen hauptsächlich aus dieser Region stammen. Eine Zeit lang trug die Galerie den Namen des berühmten Košice-Malers Gyula Jakoby.

Inventarnummer:

1715

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Kassa - Óváros   (Fő utca 27. - Hlavná ulica 27.)