Kreishaus

Kreishaus

Gebäude, Struktur

Doch der Landkreis zeigte, wie sehr er mit der Zeit gegangen war, vor allem durch den Bau des Landratsamtes und der Gefängnisse. Der Landratssitz (ehemals das Trinitarierkloster) war verfallen, und die Gefängnisse entsprachen nicht mehr den Anforderungen. Der Landkreis setzte eine Delegation ein, die am 10. Juli 1826 beschloss, den Landratssitz wiederaufzubauen, ohne die Steuerzahler zusätzlich zu belasten. Die Baukosten sollten durch Spenden der Kreisverwaltung getragen werden, und die Steuerzahler sollten lediglich die Transportkosten übernehmen. Um die Steuerzahler in der Nähe von Bratislava nicht mit den Transportkosten zu überlasten, wurde beschlossen, die geschätzten Transportkosten auf alle Steuerzahler aufzuteilen und die tatsächlich am Transport beteiligte Bevölkerung mit dem vollen Wert der Transportkosten zu entschädigen (Dezember 1839). Am 2. Dezember wurde beschlossen, nicht nur ein Landratsamt, sondern auch Gefängnisse zu bauen, die den neuen Anforderungen entsprachen – ebenfalls auf Kosten des Adels. Am 3. Februar 1840 wurden Vorkehrungen getroffen, um 60.000 Forint unter den Adligen des Komitats zu verteilen, was sich später als fehlerhaft erwies. Diese Summe sollte Teil einer vorläufigen Haushaltszuweisung sein. Am 12. Dezember 1842 ging ein Bericht ein, demzufolge hohe Spenden für den Bau eingegangen waren, deren Gesamtsumme jedoch nicht genannt wurde. Am 26. Mai 1844 erreichte uns die Meldung, dass die von Feigler erstellten Baupläne vom Budapester Baumeister Hild geprüft und für gut befunden worden waren. Demnach hätten die Baukosten 78.379 Forint und 28 Kreuzer betragen. Am 3. September 1844 wurde unter großem Beifall der Grundstein für das Komitatsgefängnis gelegt. Der Palatin des Landes, die nationalen Behörden in Bratislava und zahlreiche Komitatsorden waren anwesend, begleitet von einer großen militärischen Eskorte. Nach den üblichen Reden von Graf Ferdinand Leopold Pálffy, dem Statthalter des Komitats, Antal Kisfaludi Liptay, Kanoniker von Bratislava, und István Szemrtnik, dem Komitatsnotar, legte der Palatin „gefälligst den Grundstein in einer dafür vorbereiteten Vertiefung neben der südöstlichen Grundmauer des Gewölbes unter der Gefängniskapelle, begleitet von den üblichen feierlichen Zeremonien und der Übergabe der Gründungsurkunde“. Die Urkunde führt die Namen der obersten Autoritäten, der Beamten und Richter des Komitats, beginnend mit dem König, auf. Während der Zeremonie wurden Mörser geklopft, Musik gespielt, und schließlich dankte der Notar dem Palatin für sein Erscheinen, woraufhin die Zeremonie beendet wurde. Die Baukosten für das Komitatsgebäude und die Gefängnisse wurden in der Generalversammlung am 23. September 1847 detailliert aufgeführt. Demnach beliefen sich die Baukosten der beiden Gebäude auf 133.386 Forint und 38 Kreuzer, umgerechnet 280.110 Kronen. In den Kreisarchiven, insbesondere in den Protokollen der Generalversammlung, finden sich viele weitere, mehr oder weniger interessante, aber dennoch zumeist lokale Resolutionen. Der Forscher findet jedoch keine einzige. Man findet keine Erklärung, aus der man auch nur auf einen geringfügigen Konflikt zwischen den Grundbesitzern und den ehemaligen Leibeigenen schließen könnte, und einer der Veteranen dieser Grafschaft, Béni Bittó, hat Recht, der, teils auf eigene Beobachtungen, teils auf zeitgenössische Aufzeichnungen und mündliche Überlieferung gestützt, Folgendes feststellt: „Der Adel der Grafschaft, mit Ausnahme der Grafen Károly Zichy und József Pálffy, war durchweg herrschaftlich und beeinflusste den mittleren und niederen Adel, der die Grafschaftsämter in seinen politischen Parteipositionen innehatte, stark, und daher konnte sich die liberale Strömung in der Grafschaft nur unter großen Anstrengungen durchsetzen. Lobenswert ist jedoch, dass der Adel in Angelegenheiten des Verhältnisses zwischen Grundbesitzer und Leibeigenem, die unter die Obhut der öffentlichen Behörden fielen, bis auf wenige Ausnahmen ritterlich genug war, jeglichen Einfluss zu verhindern, sodass der oberste Fiskal der Grafschaft als offizieller Beschützer der Leibeigenen hier eine viel leichtere und angenehmere Aufgabe hatte.“ „Es war wie in jedem anderen Bezirk, und die Umsetzung der Grundbesitzergesetze von 1832-36 (die alle aus der Feder von Ferencz Fekete, dem ehemaligen Vizegouverneur und Bezirkskommissar, stammen) wurde nirgendwo im Land in einem so schnellen Tempo und in einem so liberalen Geist umgesetzt wie im Bezirk Pozsony.“

Inschrift/Symbol:

MDCCCXLIV

Inventarnummer:

1571

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony - Óváros   (Vármegyeház tér 12. - Župné námestie 12.)