Zárda-Gebäude in Csicson
Gebäude, Struktur
Eines der schönsten Gebäude des Dorfes, das Kloster, wurde 1889 von Gräfin Adél Kálnoky, der Witwe des Grafen János Waldstein und Gemahlin des französischen Herzogs von Sabran-Pontevès, erbaut. Es beherbergte ein nach dem Heiligen Johannes Nepomuk benanntes Kloster (dessen Steinstatue im Vorgarten steht), eine Mädchenschule und einen Kindergarten, in den die barmherzigen Schwestern des Vinzenzordens (die „Schwestern mit den weißen Hüten“, benannt nach ihren charakteristischen weißen Hüten) aufgenommen wurden. Neben dem Unterrichten betreuten die barmherzigen Schwestern auch die „Mariatöchter“, die „Rosenkranzfrauen“. Ungeachtet ihrer Konfession kümmerten sie sich um Kranke und unterrichteten junge Mädchen in Handarbeit und Hauswirtschaft. Ihre letzte Oberin, Mária Johanna Minauf (1856–1932), ist auf dem Friedhof in Csíssó begraben. Anfang der 1930er-Jahre übernahmen andere Schwestern, die Barmherzigen Schwestern von Bratislava, ihre Aufgaben. Daten aus dem Jahr 1939: Direktorin Mária Veneranda Diósy, Lehrerin Erzsébet Király, Kindergärtnerin Julianna Zimmermann. Die Schwestern mussten Csicsó Anfang der 1950er Jahre verlassen. Von 1950 bis zum Bau der neuen Schule beherbergte das Kloster die erste und zweite Klasse der Grundschule sowie den Kindergarten. Das eingeschossige, rechteckige Gebäude hat eine neunachsige Fassade; der dreiachsige Haupteingang schließt mit einem Spitzbogen ab. Am Giebel befindet sich eine Gedenktafel, auf der in heute unleserlicher Schrift das Datum der Errichtung und Einweihung der Schule bekanntgegeben wurde: 17. August 1890. In einem der Klassenzimmer befand sich eine weitere Gedenktafel, die dem früh verstorbenen Sohn des Fürstenpaares gewidmet war. Das Gebäude wurde Anfang der 1980er Jahre grob renoviert. Dabei wurden eine Kindergartenküche und ein Speisesaal angebaut, fast alle Dekorationselemente entfernt und die Wände grau verputzt. 1983 zogen die Grundschulkinder in das neue Schulgebäude um, in den 2000er Jahren folgte der Kindergarten. Das Klostergebäude verfiel daraufhin rapide. Graf Alajos Kálnoky ließ einige Konservierungsarbeiten daran durchführen, aber aus unbekannten Gründen wurde die Renovierung gestoppt.
Das Gebäude brannte im August 2025 ab
Website der Lokalhistorikerin Amália Nagy