Klopacska (Klopfer, Krachmacher, die Klopf), Banská Bystrica
Gebäude, Struktur
Ein unverzichtbarer Bestandteil der alten ungarischen Bergstädte war das Signal- und Alarmgerät, der sogenannte Klopacska-Baum, Klopfpfahl oder, slowakisch, Klopacská. Er bestand aus einem massiven Ahornholzbrett mit einem fingergroßen Schlitz in der Mitte, hing an einer Schnur und wurde mit einem Hammer angeschlagen. Er hing am Eingang jeder Grube. In manchen Bergstädten, wie beispielsweise Selmec, befand er sich in einem eigens dafür errichteten Turm. Der Klopacska-Baum in Selmec sticht mit seinem schweren Eichentor, dem holzschindelgedeckten Dach und dem darauf aufragenden Turm weit aus den kleineren Häusern an der Hegybányai-Straße hervor. Der Klang des Klopacska-Baums signalisierte den Beginn und das Ende der Schicht. Punkt zwei Uhr morgens schlug der Mann, der im Turm wohnte, den Klopfpfahl aus Ahornholzbrett an. Er klopfte eine Viertelstunde lang in zwei Tönen, zuerst langsam, in einem mystischen Rhythmus, und dann immer schneller. Dieses Weckklopfen war in jedem Teil der Stadt zu hören. Beim Klang der Klopacska erhellten sich die Fenster der kleinen Bergmannshütten am Hang des Hybalka (an diesem Berg lebten die Bergleute), und von jeder Hütte aus wanderte das flackernde Licht der Grubenlampe ins Tal. Bei Bergmannsbegräbnissen und den Beerdigungen von Akademikern begleitete der schmerzliche Klang der Klopacska die Verstorbenen auf ihrer letzten Reise. Der mündlichen Überlieferung des Hochlands zufolge war der Ruf der Klopacska auch während der ungarischen Unabhängigkeitskriege zu hören. Als Vak Bottyán zu ungewöhnlicher Zeit und in ungewöhnlichem Rhythmus nach Selmec kam, um unter der Flagge Rákóczis Soldaten zu rekrutieren, ertönte der weitreichende Klang der Klopacska, der von den nahen und fernen Bergwerkssiedlungen bis nach Körmöcbánya und Besztercebánya getragen wurde. Innerhalb von zwei Tagen versammelten sich über tausend wehrfähige Bergleute auf dem dafür vorgesehenen Lagerplatz, dem Feld unterhalb von Schloss Zólyom. Als Görgeys Armee dringend von Vác zum Sturec-Pass gelangen und sich mit Klapkas Armee vereinigen musste, und der reguläre Weg einen langen Umweg bedeutet hätte, bereiteten auf Klopaskas Ruf hin im Januar 1849 mehrere hundert Bergleute unter dem Szkalka-Hügel mehrere Stollen für den Marsch vor, sodass Görgey sein Ziel zwei Tage früher erreichen konnte. Militärhistoriker zählen diesen Marsch von Görgeys Armee zu den brillantesten Leistungen militärischer Führung. Das Gebäude wurde 1681 im Renaissance- und Barockstil erbaut und beherbergt heute ein Teehaus.