Kleines Kreishaus in Levoča
Gebäude, Struktur
Seit alters her fanden die Kreisversammlungen der Komitats Spiš in der Burg Spiš, in Váralja oder an einem anderen Ort innerhalb der Komitats statt. Levoča, als Sitz der sächsischen Provinz und ab Mitte des 14. Jahrhunderts als Königsstadt, hatte keine Verbindung zur Komitatsspitze. Während der Parteienkonflikte und Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts suchte der Komitatsadel oft den Schutz der mächtigen Stadt. Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts unternahm er den Versuch, seine Versammlungen innerhalb der Stadtmauern abzuhalten. Der erste Beleg für eine Komitatsversammlung in Levoča stammt aus dem Jahr 1582. Darüber hinaus finden sich hier häufig Versammlungen, in denen Handelsangelegenheiten von gemeinsamem Interesse, wie die Begrenzung der Warenpreise, von Komitat und Stadt gemeinsam behandelt wurden. Szaniszló Thurzó wurde hier am 7. Juni 1625 als Obermagistrat vereidigt, Adám Thurzó am 8. Juli 1628. Doch die rechtlichen und gesellschaftlichen Vorstellungen von Bürgertum und Adel stimmten überhaupt nicht überein, und die Stadt Levoča erlaubte es erst am 1. September 1654 einem Grafenadligen, ein Haus in der Stadt zu erwerben. Der erste dieser Besitzer war János Máriássy, der das Haus Hirscher kaufte. Der Graf selbst wurde jedoch erst Ende des 17. Jahrhunderts zum Hausbesitzer, als er das noch heute als „kleines Grafenhaus“ bekannte Gebäude von Pobst (Bobest) Cyriak erwarb. Seitdem ist Levoča auch ständiger Sitz des Grafen. Ein angemessenes Verwaltungsgebäude wurde jedoch erst im 19. Jahrhundert errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde das Haus umgebaut und im Hofflügel des L-förmigen Gebäudes ein Kreisgefängnis eingerichtet. Dieses diente bis 1902. Nach einem weiteren Umbau wurde es später vom Staatsarchiv Levoča genutzt. Auch heute noch beherbergt es Bibliothek und Archiv. Die Sgraffito-Verzierung an der Hauptfassade zeigt das Wappen der Gespanschaft Spiš.