Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt

Katholische Kirche Mariä Himmelfahrt

Gebäude, Struktur

Kirche und Kloster wurden nach den Plänen von J. G. Altenburger, wie aus den erhaltenen Dokumenten hervorgeht, zwischen 1722 und 1778 erbaut. Die von den Paulanern errichteten Gebäude gelten als herausragende Beispiele spätbarocker Architektur. Das Kirchengebäude besitzt ein einschiffiges Kirchenschiff mit einem segmentbogigen Altarraum. Der Turm ist in die Hauptfassade integriert. Die Innenwände und Gewölbe sind mit Fresken und dekorativen Gemälden geschmückt. Diese stammen hauptsächlich von F. Sogrist aus dem Jahr 1778 und verewigen einen Moment im Leben des Heiligen Franz von Paola. Das Deckenfresko im Altarraum der Kirche von Somorja zeigt beispielsweise die Begegnung zwischen König Ludwig XVI. von Frankreich und dem Heiligen Franz von Paola. Die Kunde von der asketischen Tugend und den Heilkräften des Heiligen Franz erreichte den kranken König, und Papst Sixtus IV. lud den Mönch nach Tours ein. Franziskus hatte Schwierigkeiten, sich zum Gehen zu entscheiden, und sagte dem König schließlich ohne Zögern, dass er ihn nicht heilen könne und auch Gott ihm nicht helfen werde, aber dass er ihn auf einen christlichen Tod vorbereiten könne. Heute trägt diese Kirche den Namen Mariä Himmelfahrt. Sie ist durch einen Korridor und eine Sakristei mit dem Kloster verbunden. Die Orgel der Kirche wurde 1866 von einem der bedeutendsten Orgelbauer seiner Zeit, Ludvig Mooser, erbaut. Ihre ursprüngliche Zusammensetzung ist unbekannt, doch anhand der erhaltenen Pfeifen lässt sich schließen, dass die Orgel ursprünglich 20 Register besaß. Spätere Eingriffe und Reparaturen verschlechterten den Zustand der Pfeifen erheblich. Um die Jahrtausendwende war ihr Zustand so kritisch, dass die Idee einer Rekonstruktion und Restaurierung (nicht nur einer Generalüberholung) aufkam. Im Jahr 2005 wurde die Restaurierung der Orgel in ihren Originalzustand abgeschlossen. Ihre feierliche Einweihung fand am 26. Juni 2005 statt. Der Paulinerorden – ursprünglich Orden Jesu und Mariens genannt – wurde von Franz von Paula gegründet und 1474 von Papst Sixtus IV. bestätigt. Er war ein römisch-katholischer Bettelorden, der ein streng asketisches Leben führte. Die Mitglieder nannten sich auch Minimalisten („geringste Brüder“) und werden oft mit dem Paulinerorden verwechselt. Ihr Motto – Charitas (Liebe) – drückte ihre Beziehung zu Gott und ihren Mitmenschen aus. Sie lebten ein demütiges und bußfertiges Leben und mussten neben ihren anderen Ordensgelübden (Armuts- und Schweigegelübde) auch auf Fleisch und fetthaltige Speisen verzichten. Der Paulinerorden konnte seine Tätigkeit – zunächst den Bau von Klöstern und Kirchen, später missionarische, seelsorgerische und pädagogische Arbeit – nur wenige Jahrzehnte lang fortsetzen, bis Papst Joseph II. ihn 1786 auflöste. Die leerstehende Kirche und das Kloster gingen daraufhin in den Besitz der katholischen Gemeinde von Somorja und der Stadt über. Das Kloster heißt heute Korona – dieser Name stammt von dem Restaurant Korona, das bis in die 1960er Jahre in dem städtischen Flügel des Gebäudes betrieben wurde.

Inventarnummer:

544

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Somorja