Charles Lassovszky
Sonstige - andere
* Gyetva, 23. März 1897 – † Boston, 20. Dezember 1961 / Astronom, Geophysiker, Universitätsprofessor; ; Er begann seine Schulbildung in seinem Heimatdorf, besuchte das Gymnasium in Bánya Beszterce und anschließend in Losonc, wo er 1915 sein Abitur ablegte. 1920 promovierte er an der Universität Budapest in Astronomie, Physik und Mathematik. Von 1918 bis 1921 arbeitete er als Praktikant und anschließend als Assistent an der Universitäts-Erdbebenwarte. Ab 1921 war er Mitarbeiter der Konkoly-Thege-Sternwarte in Svábhegy, die nach Budapest verlegt wurde, und ab 1938 deren Direktor. Von 1943 bis 1950 war er ordentlicher Professor am Institut für Astronomie der Universität Budapest. Von 1951 bis 1955 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Staatlichen Geophysikalischen Institut. Bereits 1925 verbrachte er ein Jahr mit einem Rockefeller-Stipendium an den größten Observatorien der USA (Harvard, Yerkes, Lick, Mount Wilson) und in Kanada, am Victoria-Observatorium. In den 1930er Jahren bereiste er Deutschland, England, Dänemark und Schweden. Er nahm auch an einer Expedition zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis in Südamerika teil. Er war Mitglied zahlreicher Fachverbände und -gesellschaften in Ungarn und im Ausland. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel in Fachzeitschriften und war sechs Jahre lang Herausgeber der „Astronomical Journals“. Zudem gab er das erste ungarischsprachige Astronomische Lexikon heraus. Sein Forschungsschwerpunkt lag auf der Berechnung und Interpretation von Daten, die auf photometrischen Beobachtungen von veränderlichen und Doppelsternen basierten. Nach den Ereignissen in Ungarn 1956 emigrierte er mit fast sechzig Jahren in die USA. Von 1958 bis 1961 war er Mitglied des Smithsonian Astrophysical Observatory und dort Leiter der Abteilung für Photoreduktion. In dieser Funktion befasste er sich mit dem Einsatz von Computerprogrammen zur Satellitenverfolgung und zur Berechnung von Umlaufbahndaten. Mehrere technische Geräte wurden auf Grundlage seiner Vorschläge entwickelt (z. B. der Zweischraubenkomparator). Es ist maßgeblich seinem Verdienst zu verdanken, dass die Berechnungen der Umlaufbahndaten, die zuvor mehrere Stunden dauerten, auf wenige Minuten verkürzt und gleichzeitig die Genauigkeit erhöht werden konnte.