Charles Kanka
Sonstige - andere
* Modor, 17. Oktober 1817 – † Bratislava, 20. Januar 1908 / Arzt, Augenarzt; Sein Vater, Dániel Kanka, war Theologielehrer und wurde 1817 von Selmecbánya nach Modor versetzt, wo sein Sohn Károly geboren wurde. 1822 ließ sich die Familie in Wien nieder, wo Dániel Kanka eine Stelle als Dozent an der Theologischen Akademie annahm. Obwohl Károly Kanka deutsche Schulen besuchte, wurde er zu Hause ungarisch erzogen. Er studierte Medizin an der Universität Wien und spezialisierte sich nach seinem Abschluss auf Augenheilkunde. Sein Lehrer war Anton von Rosas (1791–1855), mit dem auch Ignác Semmelweis in Streit geriet. Kanka arbeitete zwischen 1842 und 1848 in Wien. Während des Ungarischen Unabhängigkeitskrieges 1848/49 war er zunächst Chefarzt der Transdanubischen Nationalgarde in Komárom und später, nachdem die Regierung in Richtung Debrecen vorgerückt war, in Nagyvárad, bei Szeged und in Arad tätig. Nach dem Fall des Krieges entging er der Kampfhandlungen ohne größere Verletzungen, da er sich ausschließlich medizinischen Tätigkeiten widmete. 1850 wurde er zum Nationalen Augenarzt ernannt. Diese Aufgabe erforderte viele Reisen, da es damals noch keine Facharztausbildung im modernen Sinne gab und die Ärzte von Ort zu Ort reisten, um Patienten zu untersuchen und zu behandeln. 1854 kam er nach Bratislava und wurde 1856 zum Leiter der dort zu gründenden Augenklinik ernannt. Die Einrichtung wurde innerhalb von acht Jahren errichtet und nahm 1864 als Nationalkrankenhaus Bratislava ihren Betrieb auf. Kankas fachliche Vorbereitung und sein Wissen wurden nicht nur von seinen Patienten, sondern auch von seinen Kollegen sehr geschätzt. Die Erfahrungen, die er in der Wiener Klinik und als reisender Augenarzt gesammelt hatte, setzte er in Bratislava erfolgreich ein. Er entwickelte seine Kataraktoperationstechnik weiter und erzielte Erfolge in der Glaukombehandlung. Bis 1898, im Alter von 81 Jahren, leitete er die Augenklinik. Zwischen 1882 und 1892 war er zudem Direktor des Krankenhauses in Bratislava. Auch im öffentlichen Leben engagierte er sich gern. 1856 war er einer der Gründer und jahrzehntelang ein aktiver Dozent der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Bratislava. Kanka gab die Vorträge der 9. Wanderkonferenz Ungarischer Ärzte und Naturforscher, die 1865 in Bratislava stattfand, für die Veröffentlichung heraus. Wiener Augenklinik gebräuchlichen, Wien, 1842.