Charles Antalik
Sonstige - andere
* Hidegpatak, 28. Januar 1843 – † Bratislava, 20. Juni 1905 / Physiker, Gymnasiallehrer; ; Er absolvierte seine Gymnasialbildung in Levoča, Igló und Nagyvárad. 1867 erwarb er an der Universität Budapest die Lehrbefähigung für Mathematik, Physik und Gymnasiallehrer. Er studierte Physik bei Ányos Jedlik (Szímő) und Mathematik bei Ottó Petzval (Szepesbéla). Von 1868 bis 1870 war er Lehrer am Gymnasium in Kaposvár und von 1870 bis 1874 am Gymnasium in Košice. Das darauffolgende Schuljahr 1874/75 verbrachte er in Deutschland. Zunächst besuchte er Vorlesungen von Hermann Helmholtz (1821–1894) in Berlin, dann von Robert Wilhelm Bunsen (1811–1899) und Georg Hermann Quincke (1834–1924) in Heidelberg. Nach seiner Rückkehr unterrichtete er von 1875 bis 1892 am Gymnasium in Arad. 1892 wurde er zum Direktor des Staatlichen Gymnasiums in Bratislava ernannt. Er verstarb jedoch in diesem Amt. Er war ein typischer forschender Lehrer, der seine pädagogische Arbeit mit Forschung und Experimenten verband. Seine Beobachtungen und Ideen veröffentlichte er regelmäßig in zeitgenössischen ungarischen und ausländischen Fachzeitschriften. Sein besonderes Interesse galt den durch elektrische Funken entstehenden Figuren und den „Klangfiguren“, die auf vibrierenden Membranen erzeugt wurden. Wie der ungarische Wissenschaftshistoriker Tibor Miroszlav Morovics aus dem Vágsellye (heute Vágsellye) schrieb: „Er wurde zu einem Künstler von Lichtenberg-artigen elektrischen Staubfiguren.“ Loránd Eötvös (1848–1919), der bedeutendste ungarische Physiker, äußerte sich in einem privaten Brief etwas herablassend über Antoliks Experimente, insbesondere über eines seiner Lehrbücher. Der prominente österreichische Physiker Ernst Mach (1838–1916) hingegen interessierte sich für einige der Veröffentlichungen des Gymnasiallehrers aus Košice in den Poggendorffs Annalen der Physik und Chemie und gewann dadurch wichtige Erkenntnisse. Antolik verfasste zudem häufig populärwissenschaftliche Artikel über Astronomie, atmosphärische Elektrizität, Klangfolgen usw. Als Sportlehrer hielt er regelmäßige körperliche Betätigung für junge Menschen für wichtig und stellte selbst Gymnastikübungen für seine Schüler zusammen, die 1901 bei den nationalen Turnmeisterschaften in Budapest große Erfolge erzielten. Diese fasste er auch in einem Buch zusammen (Magyar ifjúsági játékok, 1903), das auch in deutscher Sprache erschien. Er engagierte sich zudem im öffentlichen Leben. Bereits während seiner Zeit in Arad initiierte er wöchentliche Vorlesungen in Naturwissenschaften, aus denen die Arader Kölcsey-Gesellschaft hervorging. Auch in Bratislava hielt er regelmäßig Vorträge im Toldy-Kreis. Fast elf Jahre lang war er zudem Vorsitzender der naturwissenschaftlichen Abteilung der Bratislavaer Gesellschaft für Medizin und Naturwissenschaften.