Kalman Tihanyi

Kalman Tihanyi

Sonstige - andere

* Usbekisch, 28. April 1897 – † Budapest, 26. Februar 1947 / Physiker, Erfinder; ; Er absolvierte seine Berufsausbildung in Bratislava an der elektrotechnischen Fachschule und in Budapest. Seine ersten beiden Patentanmeldungen reichte er 1913 und 1914 ein und erhielt 1915 die Patente. Nach seinem Abitur in Vác im Jahr 1915 meldete er sich freiwillig zur Armee. Im Januar 1917 wurde er als Reserveoffiziersanwärter mit dem 4. Armeeartillerieregiment an die Ostfront versetzt. Später erhielt er die Bronzene Tapferkeitsmedaille für sein tapferes Verhalten in den Kämpfen um Ojtoz und wurde am 1. November 1917 zum Leutnant befördert. Anschließend diente er als Funkingenieur im Marinehafen Pula der Royal Navy. Der sogenannte Erfinder eines Kathodenstrahlröhren-Bildtrenners, der im Prinzip einem Ikonoskop ähnelte (englisches Patent: 1928), entwickelte die Lösung für das Fernsehen bereits 1924. Einer kürzeren Patentbeschreibung, die vermutlich im Frühjahr 1925 eingereicht wurde, und einem veröffentlichten Artikel über die Erfindung folgte seine Patentanmeldung vom 20. März 1926, die nun auch das Farbfernsehen betraf. Er verbesserte seine Erfindung jedoch weiter. Seine finalen Ideen beschrieb er 1928 in zwei Patentanmeldungen und dehnte 1929 (mit Priorität aus dem Jahr 1928) den Schutz auf die wichtigsten Länder aus, darunter Frankreich, England und die USA. Ab 1928 besprach er die Umsetzung der Erfindung in Berlin. 1929 baute er in seinem Berliner Labor den ersten Prototyp seiner Bildröhre. Gleichzeitig entwickelte und patentierte er eine spezielle Version seiner Fernsehkamera, die auch für Infrarotstrahlen empfindlich war und zur Steuerung unbemannter Flugzeuge, Panzer, Kanonen usw. diente. Er schloss einen Vertrag mit dem britischen Luftfahrtministerium zum Bau des Prototyps ab und zog deshalb nach London. Später passte er das Gerät für die italienische Marine an. Nachdem die Fernsehpatente 1930 in England und Frankreich veröffentlicht worden waren, wandte sich die Radio Corporation of America (RCA) in London an ihn mit der Absicht, die Kamera zu erwerben. 1931 begann er mit der Entwicklung der neuen Bildauflösung. Die Kamera war 1934 bereit für die Serienproduktion. Im September 1934 wurde nach langwierigen Verhandlungen und einem Verfahren vor dem amerikanischen Patentgericht ein Lizenzvertrag abgeschlossen. Seine weiteren, zwischen 1934 und 1937 entstandenen Erfindungen im Fernsehbereich wurden von Loewe, RCA und der Fernseh AG erworben und weiterentwickelt. Zwischen 1933 und 1936 entwickelte er seinen vollständig flachen Plasmafernseher, den er laut einer seiner Notizen 1939 patentieren ließ. Der Beschreibung zufolge konnte es eingerahmt und an die Wand gehängt werden (!), und er plante, die Produktion nach dem Krieg in Ungarn aufzunehmen. In diesen letzten friedlichen Jahren vor dem Krieg vollendete er seine neue Erfindung, die laut Experten von vergleichbarer Bedeutung wie sein Fernseher war: einen akustischen Strahlprojektor, inklusive der dazugehörigen Pläne. Nach seiner Heimkehr 1940 leitete er die entsprechenden Experimente und die Entwicklung des Prototyps bis zur deutschen Besetzung. Nach dem gescheiterten Sprungversuch am 15. Oktober 1944 geriet er ins Exil, auch aufgrund seiner Verbindungen zu Bajcsy Zsilinszky und dessen Umfeld. Nach dem Krieg begann er, seine nun aktuellen Erfindungen weiterzuentwickeln. Er interessierte sich sehr für die Möglichkeiten der Ultraschalltechnologie und entwickelte zahlreiche Erfindungen für deren Anwendung. In seiner Fabrik stellte er eine neue Art von Kugellager her, baute dort auch den Prototyp seiner Goldzentrifuge und begann mit dem Aufbau einer Bildröhrenfabrik. Nach seinem plötzlichen Tod im Jahr 1947 geriet die Bedeutung seiner Arbeit zunehmend in Vergessenheit. Doch Anfang der 1970er-Jahre begann die Aufarbeitung der Fernsehgeschichte und seiner Rolle darin. Er leistete wichtige Beiträge zur Entwicklung des Fernsehens, und seine Erfindungen leiteten einen Epochenwechsel in der Geschichte der Bildübertragung ein. Die von ihm eingeführte Ladungsspeicherung war ein grundlegender wissenschaftlicher und technischer Fortschritt, der das Problem der Erhöhung der Lichtempfindlichkeit von Bildröhren löste. Weitere wichtige Innovationen seiner Erfindung ermöglichten unter anderem eine Auflösung von mehreren hundert Zeilen und die perfekte Synchronisation zwischen Bildaufzeichnungsgerät und Bildübertragungsgerät (Kamera und Bildröhre) – ganz ohne bewegliche Teile, rein elektronisch. Sein früher Tod war die Folge eines Herzinfarkts.

Inventarnummer:

12734

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Kövecses