Kalman Pogany, Pachl
Sonstige - andere
* Pelsőc, 15. März 1882 – † Budapest, 16. Februar 1951 / Kunsthistoriker; Sein Vater war Beamter der MÁV. 1907 promovierte er an der Technischen Universität Budapest in Geisteswissenschaften. Von 1908 bis 1920 war er Direktor des Budapester Kunstmuseums, diente im Ersten Weltkrieg als Oberleutnant und arbeitete anschließend in der Sowjetrepublik unter dem stellvertretenden Volkskommissar György Lukács. Dort organisierte und leitete er das Kunstverzeichnis und das Komitee zur „Verstaatlichung“ von Kunstschätzen. Dieses Gremium anerkannter Experten „sammelte“ wertvolle Kunstwerke aus Privatbesitz und überführte sie in Staatsbesitz, was faktisch als Diebstahl von Kunstschätzen auf Anordnung höchster Stellen gelten kann. Nach dem Sturz des Direktoriums wurde er am 2. September 1919 zusammen mit mehreren anderen verhaftet, 1920 aus dem Staatsdienst entlassen und widmete sich fortan privaten Tätigkeiten. Von 1923 bis 1924 war er Herausgeber der Zeitschrift „Ars Una“. Er veröffentlichte zahlreiche kunsthistorische und kunstwissenschaftliche Artikel. Nach 1945 wurde er rehabilitiert. Seine Hauptwerke: Die mittelalterliche Darstellung des Jüngsten Gerichts in der östlichen und westlichen Kunst, 1907; Das Sztropkoi-Messgewand, 1907; Die Pálffy-Galerie (in: Das Buch der Garbe), 1913; Zum Munkácsy-Problem (sein 1897 verschollenes Jugendzeichnungsalbum wurde wiedergefunden); Ungarische Kunst, 1938, Bd. 12, Nr. 353–372, S. 1–10.