Jüdischer Friedhof in Egyházgelle

Jüdischer Friedhof in Egyházgelle

Friedhöfe, Grabsteine, Gräber

Die Geschichte der Juden von Gelle ist eng mit der Geschichte der Juden von Csallóköz verbunden und reicht bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts zurück. Lokale Volkszählungen erwähnen bereits 1710 den Kaufmann Isaác Salamon, und ein Dokument von 1715 nennt den Namen Herschl Marcus, der vermutlich mit seiner Familie im Dorf lebte. In der Volkszählung von 1848 finden sich die Namen von sieben – vermutlich – Personen oder Familien jüdischer Herkunft. Die hohen Feiertage – Jom Kippur, Rosch Haschana, Sukkot, Pessach und andere – wurden in der Synagoge von Dunaszerdahely begangen. Dank der Chevra Kadisha wurde jedoch auch in Gelle ein kleines Bethaus (Bet Hamidrasch) eingerichtet, damit die Gläubigen dort täglich und samstags beten konnten. Zunächst wurden die Juden von Gelle in Tejfalu (gelegentlich in Felbár) beerdigt, später in Dunaszerdahely. Die Dokumente belegen jedoch, dass die jüdische Gemeinde von Gelle mit ihrem Wachstum 1884 in Egyházgelle einen eigenen Friedhof anlegte. Dieser war jahrzehntelang vernachlässigt worden, die Grabsteine waren umgefallen, und die Landwirtschaft in der Gegend trug nicht zu seinem Erhalt bei. Die Sanierung des Friedhofs ist das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit, an der maßgeblich beteiligt waren: Cháim Fuchs (Enkel von Yiccakh Fuchs, der hier begraben liegt), der Unternehmer László Viola, der Ingenieur Tibor Kornfeld (Vertreter der jüdischen Gemeinde von Dunaszerdahely) und der Lokalhistoriker Ján Hevera. Der Friedhof wurde am 3. Juli 2016 wiedereröffnet. Er ist der Friedhof der ehemaligen Juden von Gelle und Umgebung und heute nur noch ein Zeugnis der einstigen Gemeinde.

Inventarnummer:

608

Sammlung:

Werte-Repository

Gemeinde:

Gelle (Egyházgelle)   (Egyházgelle határában)