József Turóczi-Trsotler

József Turóczi-Trsotler

Sonstige - andere

* Moskau, 1. Oktober 1888 – † Budapest, 6. April 1962 / Literaturhistoriker, Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (1947); Er erwarb sein Lehrdiplom an der Universität Budapest. Ab 1913 war er Lehrer am Temesvár-Gymnasium, 1918 Dozent im Ministerium für Religion und Volksbildung in Budapest und während der Sowjetrepublik Professor am Lehrstuhl für Weltliteratur der Universität Budapest. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde ihm der Lehrstuhl entzogen. Zwischen 1920 und 1944 unterrichtete er am Jüdischen Mädchengymnasium in Budapest, ab 1939 war er dessen stellvertretender Direktor und Mitarbeiter bei Pester Lloyd. Neben seiner pädagogischen Tätigkeit widmete er sich wissenschaftlichen Arbeiten. Seine Artikel und Studien wurden in Literaturzeitschriften veröffentlicht. Ab 1945 war er ordentlicher Professor für Vergleichende Literaturgeschichte an der Universität Budapest und von 1949 bis zu seinem Tod Leiter des Lehrstuhls für Germanistik und Literaturgeschichte. Er war Herausgeber der fremdsprachigen Zeitschrift Acta Litteraria. Sein Hauptinteresse galt der deutschen Literatur (Goethe, Heine, Lenau, Th. Mann). Weitere Forschungsgebiete waren die ungarisch-deutschen Kulturbeziehungen, Barock, Klassizismus und Romantik. 1934 wurde ihm der Baumgarten-Preis verliehen. Er trug maßgeblich zur internationalen Bekanntheit Petőfis als Dichter bei und gab die erste moderne deutschsprachige Petőfi-Anthologie heraus. Zudem übersetzte er Werke (Chamisso, Goethe, Thomas Mann, Hauptmann u. a.). Seine Hauptwerke: E. T. A. Hoffmann meséi, 1911; Goethe Wilhelm Meisterének óslakja, 1912. György Dózsa in der deutschen Literatur des 17. Jahrhunderts, 1913; Péter Vajda und die deutsche Romantik, 1913; Ungarische Elemente in der deutschen Literatur des 17. Jahrhunderts, 1914, 1916; Zur deutschen Subjektgeschichte von Ban Bánk, 1917; Ein Kapitel aus der Geschichte der ungarischen Literaturgeschichtsforschung, 1920; Über die Ursachen vieler Korruptionen in den Ländern, 1930; Ungarische Cartesianer, 1933; Die Entdeckung der ungarischen Sprache, 1933; Die Quellen des ungarischen Geisteslebens im 16. und 17. Jahrhundert, 1933; Die ersten Formen der Europäisierung des ungarischen Geistes, 1934; Die Europäisierung der ungarischen Literatur, 1946; Realismus und Literaturgeschichte, 1946; Petőfi in der Weltliteratur, 1955 Ungarische Weltliteratur I–II. (mit einer Bibliographie seiner Werke), 1961.

Inventarnummer:

12060

Sammlung:

Werte-Repository