Joseph Sadler
Sonstige - andere
* Bratislava, 6. Mai 1791 – † Pest, 12. März 1849 / Botaniker, Arzt, Universitätsdozent; Lehrer; Nach dem Gymnasium arbeitete er zunächst als Apotheker in der Apotheke der Barmherzigen in Bratislava und schloss 1810 sein Pharmaziestudium in Pest ab. Von 1812 bis 1819 studierte er an der Philosophischen Fakultät und anschließend an der Medizinischen Fakultät der Universität Pest. Ab 1815 war er Assistenzprofessor am Institut für Chemie und Botanik unter Pál Kitaibel, später János Schuster. 1820 promovierte er zum Doktor der Medizin und wurde stellvertretender Leiter der Naturhistorischen Sammlung des Ungarischen Nationalmuseums. 1821 übernahm er die Leitung der Sammlung und erweiterte sie erheblich. Auf seinen Reisen in Ungarn und im Ausland sammelte er Pflanzen, Mineralien und Insekten. Sein Herbarium umfasste 1839 über 28.000 Arten und bildete den Grundstock der Pflanzensammlung des Ungarischen Naturhistorischen Museums. 1832 trat er die Nachfolge von Károly Haberle (1764–1832) als Stellvertreter und von 1834 bis zu seinem Tod als ordentlicher Professor am Botanischen Institut der Universität an. Als Stellvertreter lehrte er von 1832 bis 1842 auch Chemie und blieb gleichzeitig Kurator des Museums. Nach der Revolution 1848 gehörte er zu den Ersten, die wieder auf Ungarisch unterrichteten, und war der Erste, der mikroskopische Präparate für Demonstrationen verwendete. Er widmete sich der Flora-Forschung, insbesondere der Moose und Pilze. Eine Übersicht der ungarischen Flora blieb jedoch nur ein Plan. Er begann auch mit systematischen Monografien und verfasste Abhandlungen über domestizierte Moose und Gräser. Die Hauptbedeutung seines Wirkens lag in seinen organisatorischen, pädagogischen und popularisierenden Aktivitäten, der Schaffung eines großen zentralen Herbariums und der Veröffentlichung der Exsiccata (Getrocknete Sammlung ungarischer Pflanzen). Er führte István Endlichers progressives System in die universitäre Ausbildung ein, das noch lange nach seinem Tod Anwendung fand. Er war Mitglied mehrerer in- und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Mehrere Pflanzen wurden nach ihm benannt (z. B. Buda-Hasenschwanz – Sesleria sadleriana, Ungarische Flockenblume – Ferula sadleriana, Buda-Imola – Centaurea sadleriana). Sein jüngerer Bruder, Mihály Sadler (Bratislava, ca. 1794 – Mogyorós, 1862), war ebenfalls Arzt. Seine Hauptwerke: ; Verzeichnisse, der um Pesth und Ofen wildwachsendenphanerogamischen Gewächse…, 1818, Hymne an die getrocknete Sammlung ungarischer Pflanzen, 1824–1830, Flora Comitatus Pestiensis I-II., 1825–1826, ; De Filicibus veris Hungariae..., 1830, ; Die Gräser Ungarns, gesamlet und für Botaniker und Oekonomen herausgegeben (in 2 Heften) é. N