Joseph Knoll
Sonstige - andere
Košice, 30. Mai 1925 – / Arzt, Pharmakologe, Universitätsprofessor, Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften; ; Nach seinem Schulabschluss in Budapest im Jahr 1943 begann er 1945 sein Medizinstudium an der Medizinischen Fakultät der Pázmány-Péter-Universität und schloss es 1951 an der inzwischen zur Semmelweis-Universität für Medizin in Budapest umgewandelten Fakultät ab. Bereits während seines Studiums arbeitete er ab 1949 am Institut für Pharmakologie der Universität und begann nach seinem Abschluss seine akademische Laufbahn als Assistenzprofessor. 1958 wurde er außerordentlicher Professor, 1963 Universitätsprofessor und Direktor des Instituts für Pharmakologie und Pharmakotherapie. Er ging 1995 in den Ruhestand und ist seit 2004 Professor Emeritus. Sein Forschungsgebiet ist die Psychoneurophysiologie und Pharmakologie. Auf der Grundlage der Analyse der physiologischen Mechanismen triebbasierten Verhaltens entwickelte er eine neue Theorie zur reflexartigen Interpretation komplexer Verhaltensreaktionen. Zunächst verfasste er 1969 eine Monografie über seine Experimente mit dem Titel „Die Theorie der aktiven Reflexe. Eine Analyse einiger grundlegender Mechanismen höherer Nerventätigkeit“ und ergänzte diese später um die Ergebnisse seiner neuen Studien in „Das Gehirn und sein Selbst. Ein neurochemisches Konzept der angeborenen und erworbenen Triebe“. Er veröffentlichte diese 2005 (ungarisch: „Agy és tudata“, 2006). Er entwickelte eine neue Klasse von analgetischen und entzündungshemmenden Pyrimidinverbindungen. Der Wirkstoff Rymazolium (Probon) wurde 1976 als Medikament zugelassen, doch auch die Schmerzmittel der Azidimorphine werden mit seinem Namen in Verbindung gebracht. Er entwickelte außerdem Deprenyl, das weltweit zur Behandlung von Parkinson, Alzheimer und Depressionen eingesetzt wird. Ihm gelang es auch, eine ähnliche, aber deutlich wirksamere Verbindung zu entdecken, deren Entwicklung zu einem Medikament noch nicht abgeschlossen ist. Er berichtete darüber in der folgenden Publikation: (-)l-(Benzofuran-2-yl)-2-propylaminopentan, [(-)BPAP], ein selektiver Verstärker der impulsleitungsvermittelten Freisetzung von Katecholaminen und Serotonin im Gehirn (Mitautor), 1999. Sein Lehrbuch „Pharmakologie“ erlebte seit seiner Erstveröffentlichung (1965) sieben Auflagen. Er war Herausgeber, Mitarbeiter und Mitglied des Redaktionsausschusses zahlreicher ungarischer und internationaler pharmakologischer und neurophysiologischer Fachzeitschriften. Die Ungarische Akademie der Wissenschaften wählte ihn 1970 zum korrespondierenden und 1979 zum ordentlichen Mitglied. 2003 wurde ihm der Széchenyi-Preis verliehen.