Diner-Joseph Denes
Sonstige - andere
* Liptószentmiklós, 27. Juni 1857 – † Paris, 5. August 1937 / Ingenieur, Kunsthistoriker, sozialdemokratischer Politiker; Er studierte Ingenieurwesen an den Universitäten Wien, Dresden, Paris und Brüssel. Anschließend befasste er sich mit Physik, Chemie, Archäologie, Kunstgeschichte und Philosophie. 1881 wurde er Beamter des MNM und seine kunsthistorischen Studien wurden veröffentlicht. In Berlin arbeitete er für die Freie Bühne. 1893 kehrte er nach Budapest zurück und gründete zusammen mit dem Ethnologen Lajos Katona (1862–1910) die Zeitschrift Élet. Von 1906 bis 1910 war er Herausgeber der soziologischen Zeitschrift Munka Szemléje und anschließend Leiter der Bibliothek Irodalmi Szalon. Er veröffentlichte zahlreiche soziologische, kunsthistorische und literaturwissenschaftliche Arbeiten. Er schloss sich der sozialdemokratischen Bewegung an. 1918 wurde er zum Außenminister in der Regierung Károlyi ernannt. Während der Sowjetrepublik wurde er nach Paris entsandt. Später zog er nach Amerika, kehrte dann aber nach Paris zurück, von wo er nie wieder zurückkehrte. Er war ein Weggefährte des Sozialisten Léon Blum (1872–1850) und gehörte zum Freundeskreis des späteren französischen Premierministers. 1933 erschien Marx’ Biografie über Karl in französischer Sprache, zu der Blum das Vorwort verfasste. In seinem Werk über Leonardo da Vinci versuchte er, die marxistische Methode der Kunstgeschichte anzuwenden. Er war einer der Organisatoren des weltweit ersten Museums der Arbeiterbewegung, des Kommunistischen Proletarischen Museums. Seine Hauptwerke: Die Geschichte der Elfenbeinschnitzerei (1890), Vergangenheit und Zukunft (1896) und Leonardo da Vinci und der Beginn der Renaissance (1906).