Kirche St. Johannes des Täufers in Nagymácsédon
Gebäude, Struktur
Die römisch-katholische Pfarrei Nagymácséd wurde 1776 von Graf Ferenc Eszterházy gegründet. Ihre neue Kirche wurde 1783, direkt neben dem Pfarrhaus, unter Pfarrer István Ábrahámffy erbaut. Sie war der damaligen Einwohnerzahl des Dorfes (etwa 640) angemessen. Da die Bevölkerung jedoch stetig wuchs und in den 1870er Jahren 1300 erreichte, erwies sich das Gebäude als zu klein. Auf Anregung des damaligen Pfarrers József Cselkó beschloss man, die Kirche zu erweitern und das Dach zu erneuern, da die jahrhundertealten Balken stark baufällig waren. 1879 erweiterte der Architekt János Tomaschek die Kirche um einen neuen Altarraum und zwei Schiffe. Pfarrer Cselkó konnte sich dies jedoch nicht mehr leisten. Anstelle des alten Altars wurde ein neuer Hochaltar vom Schreiner Eckhardt aus Bratislava angefertigt, und auch die Orgel wurde zu dieser Zeit bestellt. Der im klassizistischen Stil erbaute Altarraum der Kirche ist, wie die mittelalterlichen, nach Osten ausgerichtet. Sein Grundriss hat die Form eines Kreuzes, und der Altarraum ist durch ein kunstvolles Gitterwerk vom Kirchenschiff getrennt. Das Hochaltarbild zeigt die Taufe Jesu im Jordan. Ursprünglich beherbergte der Hochaltar die Statuen der Heiligen Elisabeth aus dem Geschlecht der Árpád, der Heiligen Teresa von Kleinungarn, des Heiligen Josef und der Heiligen Margareta von Alacoque. Heute sind nur noch die Heilige Elisabeth und die Heilige Margareta erhalten. Die Buntglasfenster hinter dem Hochaltar zeigen ungarische Heilige: König Stephan, Ladislaus, Elisabeth und Margareta. Die Kirche besitzt außerdem zwei Seitenaltäre: den Marienaltar und den Kreuzaltar. Besonders erwähnenswert sind die wunderschönen Fresken, die 1926 während der Pfarrei Lajos Stibló entstanden. Laut Aufzeichnungen stammen sie von dem aus Nitra stammenden Maler Schüle. In der für Dorfkirchen ungewöhnlich großen Kuppel verewigte der Künstler das Martyrium Johannes des Täufers als Panorama. An den vier Seiten sind die Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes dargestellt. Die beiden Seiten des Hauptschiffs zieren die 14 Stationen des Kreuzwegs als kunstvolle Reliefs. Anfang der 1990er Jahre wurde das Kircheninnere renoviert. Dabei wurde eine neue Sakristei errichtet, die Kirchenbänke und der Fußboden erneuert sowie eine Zentralheizung installiert. Die Kanzel fiel der Renovierung leider zum Opfer. Gleichzeitig wurde auch ein neuer Messaltar in die Kirche eingeweiht. Ihre ungewöhnliche Größe und Form hängen damit zusammen, dass sie für die Freiluftmesse anlässlich des ersten Besuchs von Papst Johannes Paul II. in der Slowakei angefertigt wurde. Damals wurden auch der neue Altar, das Kreuz, der Priesterstuhl und die Altarstühle, die während der Papstmesse verwendet wurden, in der Kirche aufgestellt. Der damalige Pfarrer Gyula Obonya konnte sie mit Spenden der Gläubigen erwerben. Zwei Glocken im Kirchturm rufen die Einwohner von Nagymácséd zum Gebet. Die große Glocke wurde im Ersten Weltkrieg geraubt, und der damalige Pfarrer Lajos Szentirmay bemühte sich um eine neue. 1924 gelang es ihm dank der Spendenbereitschaft der Gläubigen, sie unter großem Kostenaufwand aus Sopron holen zu lassen. Die Historia Domus berichtet, dass die Zollgebühren fast den Preis der Glocke überstiegen.