Johann Karl von Lübeck

Johann Karl von Lübeck

Sonstige - andere

* Bazin, um 1776 – † Ipolyság, 14. November 1814 / Arzt, Agrarschriftsteller; Er absolvierte seine Schulausbildung am Lutherischen Lyzeum in Bratislava. Der Bratislavaer Arzt István Lumnitzer organisierte botanische Exkursionen für seine Schüler, an denen der junge Lübeck mit Begeisterung teilnahm, da sein Vater, ein Apotheker, ihm in Bazin die Liebe zu Pflanzen vermittelt hatte. Auf Lumnitzers Drängen hin entschied er sich schließlich gegen die Pharmazie und studierte zunächst Medizin in Jena und anschließend in Wien. Nach seinem Diplom praktizierte er kurzzeitig als Arzt in Bratislava, dann in Sövényháza im Kreis Győr und schließlich in Nagyszentmiklós in Siebenbürgen. An beiden Orten befasste er sich auch mit Landwirtschaft, was ihn der Agrarwissenschaft näherbrachte. 1804 gründete er eine deutschsprachige Wochenzeitung mit landwirtschaftlichem Schwerpunkt, das „Patriotische Wochenblatt für Ungern“. Neben seinen eigenen Artikeln schrieben die qualifiziertesten Fachleute der damaligen Zeit zu einer Vielzahl von Themen. Leider bestand die Zeitung nur ein Jahr; offenbar zwangen finanzielle Schwierigkeiten den Herausgeber zur Einstellung. Aus demselben Grund nahm er 1805 die Stelle des Chefarztes des Kreises Hont in Ipolyság an. Diese Position bekleidete er bis zu seinem frühen Tod. Er versuchte auch, eine weitere Zeitung in Ipolyság zu gründen, doch die Zeitschrift „Ungarische Miscellen zur Beförderung der Industrie und Kultur“ erschien nur in fünf Ausgaben. Zwei weitere Bücher wurden zu seinen Lebzeiten veröffentlicht: das „Allgemeine Ökonomie-Lexikon“ (zwei Bände, 1812) und der „Der allgemeine Ökonomie-Sammler“ (zwei Bände, 1812–1813). Diese Werke dienten als Lehrmaterial für praktizierende Landwirte und Grundbesitzer. Ein weiteres Werk blieb Manuskript und wurde erst nach seinem Tod im Jahr 1815 veröffentlicht. Es erlebte innerhalb kurzer Zeit fünf Auflagen und erschien 1830 auf Ungarisch unter dem Titel Hellenthal K.'s hilfreiches Buch für Winzer und Weinhändler oder das vollendete Pintzemester (Hellenthal war Lübecks Pseudonym).

Inventarnummer:

11343

Sammlung:

Werte-Repository