Büste von János Fadrusz in Bratislava

Büste von János Fadrusz in Bratislava

Statue, Denkmal, Gedenktafel

Die Stadt Bratislava wollte ihrem gebürtigen Sohn János Fadrusz, dem Schöpfer der monumentalen Skulpturengruppe Maria Theresia (1897), der 1903 im Alter von 45 Jahren starb, ein Denkmal errichten. Die Lösung bot der ebenfalls in Bratislava geborene und erst 26-jährige Bildhauer János Pfliegler. Ganz in der lobenswerten Tradition Bratislavas förderte die Stadt ihre entdeckten Künstlertalente nach Kräften. So konnte Pfliegler mit einem Stipendium des Bratislavaer Künstlervereins an der Hochschule für Bildende Künste in Budapest studieren – und zwar bei keinem Geringeren als Fadrusz’ ehemaligem Assistenten, dem ebenfalls in Bratislava geborenen Schöpfer des Petőfi-Denkmals, Béla Radnai. Unter dessen Einfluss schuf Pfliegler die Gipsbüste des jungen Fadrusz, die er der Stadt im Herbst 1911 als Dank für die Unterstützung schenkte. Die Büste wurde im Foyer des Arbeitszimmers des Bürgermeisters im Primaspalast ausgestellt, wo Interessierte sie besichtigen konnten, während der Stadtrat über ihre weitere Verwendung beriet. Anfang 1912 fiel die Entscheidung: Der Rat befand, János Fadrusz verdiene ein vollwertiges Denkmal im Freien und stellte dafür 2.000 Kronen bereit. In der anhaltenden Debatte um den Standort des Denkmals setzte sich die Meinung durch, der westliche Rand des Uferparks sei der geeignetste Platz, von wo aus Fadrusz sein eigenes wertvolles Werk, das Maria-Theresia-Denkmal, „sehen“ könne. Innerhalb eines Jahres ließ das Rathaus die Bronzebüste für 600 Kronen gießen, einen Sockel für 370 Kronen anfertigen, Kiefern im Park als Kulisse für das Denkmal pflanzen und Pfliegler erhielt zudem ein Honorar von 400 Kronen. Am 3. Dezember 1912 begannen die Erdarbeiten, und 13 Tage später stand der Sockel, auf dem das zuvor „verborgene“ Werk in seiner ganzen Pracht erstrahlen konnte. Obwohl es bereits Abend war, füllte sich der Damm im Nu mit einer Menschenmenge, die das Werk bewunderte. So erhielt Bratislava ohne jeglichen Pomp und ohne Zeremonie ein neues Denkmal, das am nächsten Tag mit einem Lorbeerkranz geschmückt wurde. Auf dem nationalfarbenen Band stand folgende Inschrift: „Bratislava ist eine freie königliche Stadt – die Büste eines bedeutenden Bratislavaer Bürgers. Die Büste eines bedeutenden Bürgers stand über 30 Jahre lang am Damm.“ Sie musste die Zerstörung ihres „Kindes“, des Maria-Theresia-Denkmals, miterleben, und einige Jahre später konnte man an dessen Stelle die Statue von Milan Rastislav Štefánik „sehen“. Zum Glück blieb es von dem unrühmlichen Schicksal vieler anderer Denkmäler verschont, denn es blieb erhalten und ruht seit 1959 im Depot der Stadtgalerie Bratislava.

Inschrift/Symbol:

FADRUSZ

Inventarnummer:

3012

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Pozsony   (Koronázási domb tér (ma Stúr Lajos tér) - Námestie Ľ. Štúra)