Grossinger János Christian

Grossinger János Christian

Sonstige - andere

* Komárom, 25. September 1728 – † Komárom, 2. Januar 1803 / Jesuit, Naturforscher; Sein Vater war Metzgermeister in Komárom und zeitweise Senator der Stadt. Der Junge begann seine Schulbildung in seiner Heimatstadt, zog mit 13 Jahren nach Nagyszombat und schloss seine Schulausbildung in Trenčín ab. 1745 trat er dem Jesuitenorden bei und lehrte von 1746 bis 1748 Klassische Philologie und Philosophie in Ungvárot. Sein Universitätsstudium absolvierte er in Graz und Nagyszombat. Schon früh interessierte er sich für die Natur des Landes und bereiste ab 1743 viele Regionen Italiens. Während seiner Lehrtätigkeit in Győr besuchte er auch den Plattensee und den Velencesee. Er unterrichtete lange Zeit in Nagyszombat (1762–1769) und zog dann nach Košice, wo er 1769–1770 die Leitung des Internats innehatte. Von Košice wurde er nach Wien versetzt, wo er am Theresianum Griechisch und Ungarisch lehrte. Bald darauf wurde er Feldgeistlicher des in Italien stationierten Haller-Regiments und lernte die dortigen Gegebenheiten in Cremona, Mailand und Mantua kennen. In den folgenden Jahren bereiste er mit seinem Regiment viele Orte in Ungarn und erreichte sogar Partium und Siebenbürgen. Er sammelte gezielt botanisches, zoologisches und mineralogisches Material, da er ein umfangreiches Werk – eine naturkundliche Beschreibung Ungarns – verfassen wollte. Für dieses Vorhaben benötigte er eine ruhigere Stelle und wurde daher ab 1780 Pfarrer von Óvár in Komárom. Er arbeitete unermüdlich an seinem Werk und unternahm gleichzeitig kleinere und größere Reisen, um neues Material zu sammeln. Vermutlich als Folge des Komárom-Erdbebens von 1783 listete er in seinem ersten veröffentlichten Werk die Erdbeben in Ungarn von 1040 bis 1783 auf. Der erste Teil des monumentalen, auf neun Bänden geplanten Werkes behandelt die Zoologie im Allgemeinen und umfasst 591 Seiten (Universa historia physica regni Hungariae secundum tria regna naturae digesta, 1793). Der zweite Band widmet sich den Vögeln auf 462 Seiten. Da er kaum 120 Subskribenten gewinnen konnte, müssen diese umfangreichen Werke ihn viel Geld gekostet haben, was auch erklärt, warum nur fünf der geplanten Bände erschienen (der dritte über Fische, Amphibien und Reptilien – 400 Seiten, der vierte über Insekten – 416 Seiten und der fünfte, der erste Teil eines zweibändigen Werkes über Pflanzen – 344 Seiten). Der sechste Band hätte den botanischen Teil abgeschlossen, der siebte eine Art geologische Landschaftsbeschreibung („Oryktographie“), der achte die Mineralogie und der neunte die Hydrologie, d. h. die Wasserführung. Diese Bände blieben unvollendet.

Inventarnummer:

11854

Sammlung:

Werte-Repository