Immaculata-Säule und Skulpturengruppe
Sakrales kleines Denkmal
Es ist bekannt, dass die Pestepidemie von 1709/10 Ungarn verwüstete. Infolgedessen wurden im ganzen Land Votivsäulen errichtet. Dies war auch in Košice der Fall. Der schreckliche Pesttod erreichte die Fünftausend-Einwohner-Stadt im Sommer 1709 trotz aller Vorsichtsmaßnahmen. Im Winter verringerte die Kälte die Zahl der Opfer, doch ab dem Frühjahr des folgenden Jahres gewann die Epidemie erneut an Stärke, sodass ein Drittel der Stadtbevölkerung ihr zum Opfer fiel. Auch Rákóczis talentierter Kommandant Tamás Esze starb an der Seuche. In Košice errichteten die Überlebenden auf Initiative und Kosten des Postmeisters Viktorín Flachenfeld zwischen 1720 und 1723 als Zeichen ihrer Dankbarkeit für die Flucht die imposante Mariensäule im Barockstil. Der Erbauer war der Gildemeister Tamás Tornyossy, die Statuen stammen von Grimming Simon und die späteren von Hild Lipót, einem Steinmetz aus Sopron. Die 14 Meter hohe Pestsäule auf einem Steinsockel wurde am 3. Oktober 1723 mitten im nördlichen Teil der Fő-Straße eingeweiht, an der Stelle des ehemaligen Hinrichtungsplatzes, wo viele Hadsch und Kuruzen gepfählt wurden. Die Hauptfigur des Denkmals ist die Madonna, die auf dem Obelisken steht – mit einem Sternenkranz um den Kopf, mit dem Globus und der Schlange zu ihren Füßen. Die Statuen des Heiligen Josef, des Heiligen Sebastian und des Heiligen Ladislaus sind an den Ecken des gestuften Sockels zu sehen. Auf den Pfeilern des eisernen Zauns um das Denkmal befinden sich die Statuen der Heiligen Elisabeth und Barbara, an der Fassade die Statuen des Erzengels Michael, der Heiligen Margareta, der Heiligen Elisabeth und des Erzengels Gabriel, die 1908 von Hild Lipót geschaffen wurden. Zur Zeit der Enthüllung war das Denkmal mit zehn beschrifteten und drei unbeschrifteten Gedenktafeln verziert. Die beschrifteten Tafeln verschwanden im Laufe der Zeit, obwohl sie bis 1954 erhalten blieben. Die unbeschrifteten, vergoldeten Kupfertafeln wurden vom Goldschmied Georg Immermohl gefertigt. Sie wurden 1881 im Stadtarchiv deponiert und später dem Museum übergeben. Heute befinden sie sich im Museum der Ostslowakei. Zwischen 1996 und 1998 wurde die Skulpturengruppe restauriert, wobei eine originalgetreue Kopie angefertigt wurde. Das Original wurde eingelagert. Die Metallteile der Skulpturen wurden jedoch nicht zurückgegeben, und der abgebrochene Arm des Heiligen Georg wartet ebenfalls noch auf seine Restaurierung. Am 7. Mai 2015 wurden dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung der Allgemeinen Kreditbank und der Arbeit des akademischen Bildhauers Stanislav Kožela drei vergoldete Kupfertafeln neu eingeweiht. Die Anfertigung der Kopien kostete 19.000 Euro. Die Stiftung steuerte 16.620 Euro bei, den Rest übernahm die Stadt. Die Kopien zeigen Allegorien von Pest, Krieg und Hungersnot. Publius Ovidius Naso beschreibt die Pest in seinen Metamorphosen im Zusammenhang mit der Stadt Ägina. Der französische Maler Pierre Mignard (1612–1695) verewigte sie. Der niederländische Grafiker Mathijs Pool (1696–1727) nutzte dieses Motiv spiegelverkehrt und setzte es bis ins kleinste Detail um. Der emotionale Kampf gegen die Pest wird in den Gruppen von Menschen in antiker Kleidung dargestellt. Pestkranke fallen auf das Pflaster des Platzes, bärtige Ärzte gestikulieren über ihnen und wollen ihnen helfen. Im Hintergrund bricht ein bereits toter Patient zusammen. Die gegenseitige Hilfe symbolisiert Barmherzigkeit und Solidarität. Die Kriegsallegorie bezieht sich vermutlich auf das älteste Ereignis der ungarischen Geschichte. Im Hintergrund, zwischen den Hügeln, ist Schloss Moson zu sehen, wo eine entscheidende Schlacht um die ungarische Krone stattfand. Die gegenüberliegende Stadt ist offensichtlich Győr, unterhalb derer ein Militärlager zu erkennen ist. In der Mitte stehen sich Gruppen von Soldaten mit Kampfspeeren gegenüber. Im Vordergrund, links, sitzt ein Reiter mit Heiligenschein auf einem Pferd – offensichtlich der heilige Ladislaus. Er wird von einem geflügelten Engel begleitet. Der Herrscher empfängt die Huldigung des besiegten Königs Salomo. Hinter ihm steht eine weitere Gestalt, die die Krone des heiligen Stephanus auf einem Kissen hält und sie dem Sieger darbringt. Die Hungersnotallegorie schildert eine Geschichte aus dem Alten Testament. Der Pharao verleiht Josef große Macht und lässt ihn während der sieben Jahre des Überflusses Getreidevorräte anlegen. Darauf folgen die sieben Jahre der Hungersnot, in denen Josef die Vorratsspeicher öffnet und die Ägypter rettet. Die Darstellung zeigt das Innere eines Palastes. Links sind Säcke voller Getreide zu sehen. Etwas rechts davon befindet sich eine Menschengruppe, aus der Josef hervorsticht. Er nimmt ruhig die Huldigung der knienden Gestalten entgegen und verkauft ihnen das Getreide. Ganz rechts verlässt eine Person den Palast mit dem Geld.