Hochzeitspalast in Nagybiccse

Hochzeitspalast in Nagybiccse

Gebäude, Struktur

Neben der Burg, an der Stelle des mittelalterlichen Kastells, ließ György Thurzó 1601 den sogenannten Hochzeitspalast für die Hochzeiten seiner Töchter errichten. Dessen Fassade ist reich mit Stuck und Sgraffito verziert. Im Erdgeschoss befanden sich vier gewölbte Räume, darunter die Küche, und im ersten Stock ein einziger riesiger Saal (34,5 × 12,5 m) mit einer Kassettendecke aus Holz, die von einem umlaufenden bemalten Fries überspannt wurde. Ähnliche Wandmalereien schmücken die Fensternischen, und an einer Seite des Saals befand sich eine hölzerne Galerie für Musiker. György Thurzós Töchter heirateten tatsächlich bald darauf. Glücklicherweise sind Aufzeichnungen über die prunkvollen Ereignisse erhalten geblieben, sodass wir uns an die Details erinnern können. 1603 war dann Zsuzsanna Thurzós Hochzeit an der Reihe. Die Bauern des umliegenden Gutes mussten Folgendes abgeben: 33 Rehe, 185 Kaninchen und 526 Kaiservögel, die ausschließlich für Wildgerichte benötigt wurden. 1607 heiratete Judit Thurzó Antal Jakusith, einen Gutsbesitzer aus Oroszlánkő. Die Feierlichkeiten für die sieben Länder fanden im „Hochzeitshaus“ in Bicce statt. 1612 folgte Borbála Thurzó, die Kristóf Erdődy heiratete. Gemäß dem erhaltenen Erlass des Beamten waren die Güter Bicce und Hricsó verpflichtet, folgende Lebensmittel zu liefern: 1.500 Forint in bar für Küche und Gewürze, 40 gemästete Ochsen, 19 Bullen und Kühe, 140 Kälber, 350 Lämmer, 200 Schweine und Ferkel, 16 ganze Speckstücke „und so viele Hirsche und Wildschweine, wie Gott gibt…“. Gleichzeitig lieferten die Leibeigenen des Gutes Thurzók Orva dem Küchenvorsteher Folgendes: 30 Bisons, 200 Kaninchen, 600 kaiserliche Vögel und Gefangene, 400 Gänse, 1.000 Hühner, 6.000 Eier, 1.000 Galocha-Fische, 2.500 Forellen, 400 Regenbogenforellen, 1.000 Felchen, 15 Fuhren Potyka, 60 Größere und 120 kleinere Hechte, 400 Scheffel Hafer, 75 Wagenladungen Heu. Hafer und Heu dienten der Fütterung der Pferde der anreisenden Herren auf Schloss Nagybicces. 1614 wurde die jüngste Thurzó-Dame, Ilonka, verkauft. Zur Verpflegung der Hochzeitsgesellschaft mussten folgende Haus- und Wildtiere in die Küche von Nagybicces gebracht werden: 6 Wildschweine, 7 Hirsche, 55 Rehe, 200 Kaninchen, 600 Gefangene und kaiserliche Vögel. 1616 wich die wochenlange Freude der Trauer im prächtigen Herrenhaus. Graf György Thurzó, Palatin von Ungarn und Herr der Komitate Pest-Pilis-Solt und Árva, war verstorben. Auch die feierliche Beisetzung fand hier statt. Der Leichnam, der zunächst in der örtlichen reformierten Kirche beigesetzt wurde, wurde einige Jahre später auf Schloss Árva überführt. Dort wurde sein Grabmal mit einer Marmorstatue geschmückt, die noch heute in der Kapelle zu sehen ist. Selbstverständlich musste die Witwe die geladenen Ehrengäste der Beerdigung gut unterhalten. Die Liste der verzehrten Speisen ist erhalten geblieben: 10 Ochsen, 43 Kälber, 144 Lämmer, 341 Gänse, 691 Hühner, 12 Puten, 103 Kaiservögel, 2 Auerhühner, 2 Hirsche, 1 Reh, 27 Kaninchen, 18 Spanferkel, 55 Hechte, 169 Karpfen, 100 Forellen, 750 Brassen, 150 Aale, 100 Flundern, 600 Heringe, 40 Karauschen, 1600 Eier, 400 kg. Käse, 100 kg, Salz, 100 Scheffel Mehl, 108 Scheffel minderwertiges Mehl, 7,5 Scheffel Kuchenmehl, 2 Scheffel Kuchenmehl, 8 Stück Flankenspeck, 54 halbe Pfund Schmalzspeck, 29 Pfund Butter, 28 halbe Pfund Honig, Talgkerzen im Wert von 12 Forint, 103 Pfund Olivenöl, 6,5 Akós Weinessig. Die Hochzeit des einzigen Sohnes des verstorbenen Pfalzherrn Imre im Jahr 1618 erinnerte an die prunkvollen Hochzeiten vergangener Zeiten. Der junge Magnat heiratete damals Krisztina Nyáry. Die verwitwete Pfalzherrin Erzsébet Czobor gab mehr als 27.000 Forint für die Hochzeit ihres Sohnes aus. Die Hochzeit wurde in Királyhelmec vollzogen, während die 52-tägige Feier wie gewohnt im „Hochzeitshaus“ in Bicce stattfand. Nach knapp drei Jahren glücklicher Ehe starb Imre Thurzó im Alter von 23 Jahren. Mit ihm zerfiel die wohlhabende Familie in männliche Nachkommen. Drei Jahre später heiratete die Witwe Krisztina Nyáry den Richter Miklós Esterházy, der es vorzog, in seinen Residenzen in der Nähe des Wiener Hofes zu wohnen. Damit endete die Blütezeit von Nagybiccse, und die Gebäude verfielen, obwohl sie weiterhin bewohnt waren.

Inventarnummer:

3401

Sammlung:

Werte-Repository

Wertklassifizierung:

Kommunaler Wert im Ausland

Gemeinde:

Nagybiccse   (várkert)